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Ansicht der Pfarrkirche des Hl. Apostel Jakobus d. Älteren in Deutsch Konitz

Tschechischer Name: Konice, Německá Konice, Konice u Znojma

Fläche: 464 ha

Einwohner 1910: 474 in 115 Häusern (471 deutsch), 1930: 489 in 119 Häusern (471 deutsch).

heutige Gemeindezugehörigkeit: Znojmo (Znaim)

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Deutsch Konitz liegt in 307 m Meereshöhe. Der Ort mit vorwiegend bäuerlicher Bevölkerung wurde erstmalig 1278 urkundlich erwähnt und war in früherer Zeit mit einer Wehrmauer umgeben. In einer Schenkungsurkunde des Brucker Abtes Dietrich vom 01.09.1302 erscheint erstmals „Konitz“. Im Urbar der Stadt Znaim von 1363 ist das Dorf „Canicz“ genannt. 1591, 1672 und nachfolgend erscheint die Namensform „Kanitz“. Der Zusatz „Deutsch“ tauchte erstmals 1846 amtlich auf und wurde von da an beibehalten.

Siegel:
Die aus Messing gefertigte Petschaft von 1831 mit dem schönen Gemeindesiegel ist erhalten. Sie zeigt in einem 33 mm Durchmesser messenden Blattkreis die Inschrift „SIGILL DER : GEMEINDE DEUTSCH- KONITZ: BEY ZNAIM 1831“. Das Siegelfeld ist durch eine waagrechte Leiste geteilt und enthält oben die aufragende Gestalt des hl. Norbert; unten einen Rebzweig mit zwei Trauben neben einem Winzermesser. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. einfacheres Siegel: Eine Weintraube mit Blatt und Stiel, umgeben von der Inschrift „DEUTSCH-KONITZ- GEMEINDEAMT“ im Hochoval.

Deutsch Konitz war von 1919 bis 1938 aufgrund des Vertrages von St. Germain Bestandteil der Tschechoslowakischen Republik. Maßnahmen der Prager Regierung hatten einen mitunter starken Zuzug tschechisch sprechender Personen in diese Region zur Folge.

Nach dem „Münchner Abkommen“ vom September 1938 wurde Deutsch Konitz Bestandteil des „Gaues Niederdonau“ im NS-Reich.

Von 1939 bis 1945 war Deutsch Konitz, aufgrund der von den Nationalsozialisten neu eingeführten Verwaltungseinteilung, mit der Nachbargemeinschaft Poppitz zu einer neugebildeten Gemeinde „Waldberg“ zusammengeschlossen.

Nach dem Zusammenbruch des Regimes und dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Deutsch Konitz wieder Teil der Tschechoslowakei. Der Zweite Weltkrieg forderte 48 Todesopfer unter den Ortsbewohnern.

Vertreibung 1945:
Bald nach der Besetzung der Ortschaft durch die Sowjetarmee kamen tschechische Milizen in den Ort, die mit Aktionen gegen die deutschsprachige Bevölkerung begannen. Sieben Einwohner wurden im Znaimer Polizeigefängnis misshandelt. Einige Einwohner wurden im Lager Mannsberg interniert, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten. Besonders tragisch war, dass nicht transportfähige ältere Menschen in ein sogenanntes Altersheim kamen und dort ihrem Schicksal überlassen wurden. Der Kirchendiener des Ortes wurde erschossen, vier Personen (ein Mann und drei Frauen) blieben vermisst. Um die verwaisten Felder weiter zu betreuen bzw. weil auch viele der neuen tschechischen Einwohner nach der Vertreibung keine Landwirte waren, wurden einige Landwirte zwangsweise als landwirtschaftliche Hilfsarbeiter im Ort behalten. Die letzten beiden deutschen Familien wurden im Jahre 1947 vertrieben.

Von den Vertriebenen blieben 32 Familien in Österreich, während sich die restlichen 96 in Deutschland (Baden-Württemberg und Bayern) ein neues Leben aufbauten. Weiters wanderten fünf Personen nach Schweden, drei in die USA und zwei nach Kanada aus.

Kulturerbe:

Die frühere Pfarrkirche, welche ebenso wie die jetzige dem hl. Jakob d. Ä. geweiht war, fiel im Jahr 1908 einem Großbrand zum Opfer, wurde aber an derselben Stelle wieder aufgebaut. Im Jahr 1908/09 wurde ein neugotischer Bau mit einem 42 m hohen Turm durch Baumeister Kristof aus Prag aufgeführt.

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