Menü

Anton_Altrichter

Sein Name ist aufs engste mit Iglau und der Iglauer Sprachinsel verbunden, hat er doch durch Bücher, Aufsätze und Zeitschriftenbeiträge den Igelländern ihre Heimat stärker bewusst gemacht.
Aber der Name Altrichter ist darüber hinaus Hunderttausenden Sudetendeutschen dadurch bekannt geworden, dass er als Verfasser in den Geschichtslehrbüchern der Oberschulen stand.

Anton Altrichter wurde am 4. Februar 1882 geboren. Er besuchte das Gymnasium in Iglau und studierte dann in Prag und Wien Geschichte, Geografie und Germanistik.
Mit der Dissertation „Besiedlungsgeschichte der Iglauer Sprachinsel“ (1906) erwarb er den Dr. phil.
Dann wirkte er als Lehrer für Geschichte und Geografie zuerst in Czernowitz in der Bukowina, später dann in Brünn, Mährisch Ostrau und Iglau.
1926 wurde er Direktor des Staatsrealgymnasiums in Nikolsburg, 1933 des Deutschen Masaryk-Staatsgymnasiums in Brünn, 1937 trat er in den Schulaufsichtsdienst beim mährischen Landesschulrat ein, wurde dort Landesschulinspektor und leitete schließlich bis 1945 die Abteilung „Schulwesen und Kultur“ für Mähren.

1937 erhielt er überdies die Dozentur für Geschichte an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn. Zwei Jahre stand er auch der Brünner Universitätsbibliothek vor. Schon 1927 hatte ihn die Deutsche Gesellschaft (später Akademie) der Wissenschaften und Künste in Prag zu ihrem korrespondierenden Mitglied gemacht.
Auch wählte ihn die „Deutsche Gesellschaft für Wissenschaft und Volkstumforschung“ in Mähren zu ihrem Vorsitzenden.

Nach der Vertreibung widmete er sich vornehmlich sudetenländischen geschichtlichen Themen. Am 30. Mai 1954 verstarb er im thüringischen Meitzendorf. Altrichter, der Herausgeber der heimatkundlichen Blätter „Iglauer Sprachinsel“ und „Igelland“ gewesen war, hinterließ ein ansehnliches gedrucktes Lebenswerk.

Außer sechs Geschichtsbüchern für Oberschulen und einem Historischen Atlas brachte er als wichtigste Veröffentlichungen heraus:

  • „Sagen aus der Iglauer Sprachinsel“ (1920)
  • „Dörferbuch der Iglauer Sprachinsel“ (1924)
  • „Südmährisches Heimatbuch“ (1923)
  • „Karl Hans Strobl, ein Lebens- und Schaffensbild“ (1927)
  • „Kolonisationsgeschichte der Iglauer Sprachinsel“(1959)

In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich besonder mit Kaiser Karl IV.

zurück zu Persönlichkeiten oder zu Heimatforscher