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Athanasius_Gottfried

Die Kartause Königsfeld bei Brünn war eines der berühmtesten Kartäuserklöster Österreichs. Sie bestand als Gründung des Markgrafen Johann von Mähren seit 1375. Die Klostervorsteher zählten zu den mährischen Landständen. In dieser Kartause trat im Jahre 1750 Athanasius Gottfried aus Plan (geboren 1728) ein, nachdem er bereits vorher in Prag Philosophie und Theologie studiert hatte. Im Jahre 1753 erfolgte seine Priesterweihe. Dem tüchtigen und gelehrten Mönch wurde Gottfried auch zum Ordensvisitator für die Kartause in Deutschland und Polen bestimmt.

Mit aller Energie wandte er sich der Erhaltung und dem Ausbau des Klosters zu. Mit seinem Namen sind Neubauten verbunden, ebenso deren Ausschmückung durch Künstler, die damals an erster Stelle im Kunstschaffen standen. Er gewann den berühmten Franz Anton Maulpertsch, ferner die Maler Felix Leicher, Martin Knoller, Martin Schmid (genannt Kremser-Schmid), den Bildhauer Andreas Schweigel u.a.

Ansehnlich war auch die von Gottfried angelegte Gemälde- und Kupferstichsammlung. Viele Stiche, auch solche von Albrecht Dürer und Lukas von Leyden, erwarb er aus dem Nachlass des 1778 verstorbenen Grafen Albert von Hoditz auf Roßwald. Der gebildete Ordensmann, der großen Wert auf die Weiterentwicklung der Wissenschaft legte, vermehrte auch den Bestand an Büchern beachtlich und schuf so eine hervorragende Bibliothek. Ebenso war er ein großer Förderer der Landwirtschaft. Als Mitglied der k.k. Mährisch-Schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Kultur- und Landeskunde zählte ihn Christian Ritter d’Elvert zu den bedeutendsten Angehörigen diese Institution.

Nach der Aufhebung der Kartause Königsfeld am 19.Januar 1782 lebte der Prälat weiterhin für Kunst, Wissenschaft und für die kulturelle Weiterentwicklung des Landes Mähren. Er verschied am 3.Oktober 1814 in Brünn. Die Gebäude der Kartause wurden, wie viele andere Klöster die der Klosteraufhebung zum Opfer gefallen waren, für militärische Zwecke verwendet so auch als k.u.k. Kadettenanstalt.

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