Menü

Böhmisch-Bernschlag

Blick auf Böhmisch Bernschlag

Tschechischer Name: Nový Vojířov (Český Peršlag, Peršlák)

Fläche: 609 ha

Einwohner 1910: 453 in 76 Häusern (390 Deutsche), 1930: 425 in 87 Häusern.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Nová Bystřice (Neubistritz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1664 bei Neubistritz (Neubistritz)

Geschichte:

Zwischen 1334 und 1342 wird mehrfach ein „Conradus Neupaur de Bernharszlak“ beurkundet. 1389 ist die Ansiedlung „Bernhartzslag“ im Güterbestand der Herrschaft Landstein genannt. Es ist in beiden Fällen strittig, ob hierbei das spätere Böhmisch- oder das rund 14 km östlich davon gelegene Deutsch-Bernschlag (Podlesí) gemeint war.

1575 als „Persslak“, 1790 als „Bärnschlag“ und 1848 als „Bernschlag“ beurkundet, erhielt das Dorf den Zusatz „Böhmisch“ erst 1854 zur Unterscheidung vom gleichnamigen, seit damals Deutsch-Bernschlag (Podlesí) genannten kleineren Dorf östlich von Neubistritz (Nová Bystřice).

Zu Böhmisch-Bernschlag gehörte die Einschicht Neumühl (Nové Mlýny), nicht zu verwechseln mit Neumühl (Nové Mlýny) bei Prittlach (Přítluky).

Vertreibung 1945/46:
Am 29. Mai wurden alle deutschen Einwohner des Dorfes zusammengetrieben und zur Grenze gejagt. Dabei mussten sie vieles zurücklassen. Einige Männer wurden als Geiseln genommen und schwer misshandelt. Das Einschreiten von sowjetischen Soldaten rettete zwei Männer vor der Erschießung durch „Revolutionsgardisten“. Sie wurden mit einigen anderen im Gerichtsgebäude in Neuhaus (Nová Bystřice) inhaftiert. Es kam zu Misshandlungen und Zwangsarbeit. Drei wurden im Gerichtshof wenig später erhängt.

Seit 1.1.1972 ist Böhmisch-Bernschlag als Ortsteil mit dem Namen „Nový Vojířov“ in die Stadt Neubistritz (Nová Bystřice) eingemeindet.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Anbau von Roggen, Kartoffeln, Hafer, Gerste, Rüben und Klee; Viehzucht (Rinder). Fischzucht im Neumühlteich.

Gewerbe: Latkamühle mit Hammerschmiede (bis 1920er Jahre), Neumühle mit Brettsäge, Walzmühle und Gasthaus am Neumühlteich; Sägewerk, drei Wirtshäuser, zwei Krämer, Wagner, Schmied. In der Einschicht Neumühl gab es außerdem einen Pechofen. Dort wurde aus Kiefernholz Pech gewonnen.

Einrichtungen: zweiklassige Schule (1898) mit Turnplatz und Garten, Gemeindebücherei;
Freiwillige Feuerwehr, Raiffeisenkasse.

Kulturerbe:

Kapelle zum hl. Schutzengel: 1934, Pfarre Neubistritz (Nová Bystřice).

zurück zum Ortsnamenverzeichnis deutsch,
zurück zum Ortsnamenverzeichnis tschechisch