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Luftaufnahme des heutigen Ortes

Hauptstraße von Bergen

Ansicht von Bergen

Kirche zum hl. Nikolaus in Bergen

Marienstatue in Bergen

Der ehemalige „Brüdherhof“ der Täufer im Jahr 1935

Tschechischer Name: Perná

Fläche: 979 ha

Einwohner: 1910: 1.038 in 232 Häusern (1.025 Deutsche), 1930: 1.031 in 259 Häusern (980 Deutsche), 2010: 750.

heutiger Verwaltungsbezirk: Břeclav (Lundenburg)

Matriken: seit 1627

Grundbücher: seit 1766

Geschichte:

1323 erscheint „Pergen“ in einer Liechtensteinischen Urkunde das erste Mal. 1414 wurde das Dorf im Liechtensteinischen Urbar als „Peringen“ bezeichnet.

Im Jahr 1530 erreichten Täufer die Ortschaft und errichteten 1557 ein Gemeindehaus. In dieser Zeit ist Bergen ein evangelisches Dorf. 1591 mussten die Täufer ihr Gemeindehaus räumen und im Lauf der Gegenreformation wurden sie 1622 endgültig ausgewiesen.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde von Bergen gemeinsam mit Muschau (Mušov) 1652 eine Kapelle am Kesselberg (in den Pollauer Bergen/Pálava) errichtet, welche von Kaiser Joseph II. allerdings 1786 aufgelassen wurde.

Seit 1848 (Aufhebung der Patrimonialherrschaften) bildete Bergen eine eigenständige Gemeinde im Bezirk Nikolsburg (Mikulov) und blieb auch nach der Angliederung an das NS-Reich 1938 bis zu dessen Ende in der nun als „Kreis Nikolsburg“ bezeichneten Verwaltungseinheit.

Vertreibung 1945/46:
Ab Juni kamen die tschechischen „Revolutionsgardisten“ und es kam zu Misshandlungen und Verhaftungen. 500 Flüchtlinge aus Brünn (Brno) zogen durch die Ortschaft, von denen 12 hier an der Ruhr starben. Es kam zum Vermögensentzug aufgrund der Beneš-Dekrete. Durch diese Ereignisse flohen zahlreiche, meist jüngere Einwohner, von Bergen nach Österreich.
Ab 6. März 1946 wurden die noch zurückgebliebenen deutschen Bewohner in sechs Transporten nach Deutschland abgeschoben. Die Betroffenen waren meist ältere Personen, Frauen und Kinder. Nur drei der deutschsprachigen Bewohner von Bergen konnten bleiben.

1961 wurde Bergen aufgrund der Auflösung des Bezirkes (Okres) Nikolsburg (Mikulov) Bestandteil des Bezirkes (Okres) Lundenburg (Břeclav).

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Weinbau sowie Anbau von Getreide, Zuckerrüben und Mais, Obstanbau (Marillen – daher Spitzname „Marillenschädel“).

Gewerbe: Steinbruch, Sägewerk mit Holzhandlung, mechanische Strickerei und Weberei, Kleingewerbe.

Einrichtungen: Schule (1901/02, davor mehrer Gebäude, erster Schulbau 1792), Omnibusverbindung (Brünn-Wien), Wasserleitung (1900), Elektrifizierung (1926), Freiwillige Feuerwehr (1890), St. Antonius-Jugendheim (1923) mit Kindergarten (durch die Kongregation „Töchter der göttlichen Liebe“ geleitet), Milchgenossenschaft, Spar- und Darlehenskasse.

Kulturerbe:

Grabkreuz

Pfarrkirche St. Nikolaus: Pfarre 1277 urkundlich erwähnt, vermutlich 1426 zerstört, 1510 auf dem gleichen Platz als Kapelle erbaut, 1582 mit zwei Seitenaltären zu einer Kirche erweitert. Auf der Außenmauer Jahreszahl 1285. Einfacher tonnengewölbter kleiner Bau. Hochaltar und zwei Seitenaltäre, dem Hl. Josef und Mariae Himmelfahrt geweiht. 24 m hoher Turm mit ursprünglich vier Glocken von 1690, drei mussten im Zweiten Weltkrieg für die Rüstungsindustrie abgeliefert werden.

Pfarrhaus: ursprünglich 1620, nach Zerstörung durch Brand 1774 wieder errichtet.

Friedhofskapelle z. hl. Kreuz von 1761.

Dreifaltigkeitssäule.

Statuen: Johannes von Nepomuk, Floriani, Nikolaus.

Rathaus von 1896.

Siegel:

Für 1583 ist ein Ortssiegel nachgewiesen (es zeigt einen Renaissanceschild, darin einen Turm mit offenem Tor)

heimatkundliche Literatur:

  • Axmann, Hans: Heimatbuch Bergen. 1979
  • Absolon, Karl: Heimatbuch Bergen, Bezirk Nikolsburg, 1979

Weblinks:

Genealogie:

Mährisches Landesarchiv in Brünn (tschechisch).

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