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Flügelmähmaschine aus Chlupitz

Dorfstraße mit Glöckl in Chlupitz

Tschechischer Name: Chlupice

Fläche: 385 ha

Einwohner 1910: 234 in 50 Häusern (223 deutsch), 1930: 216 in 53 Häusern (203 deutsch), 1961: 218.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Hostěradice (Hosterlitz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1653 bei Hosterlitz (Hostěradice)

Lage:

Chlupitz liegt in 218 m Seehöhe am Skalitzbach (Skalička). Direkt benachbart sind Hosterlitz (Hostěradice) im Osten und Golitz (Skalice) im Nordwesten. Zwischen Golitz und Chlupitz verlief bis 1945 die tschechisch-deutsche Sprachgrenze.

Geschichte:

Urkundlich wurde Chlupitz erstmals 1287 genannt. Die Herrschaft über den Ort übte der mährische Landesfürst aus. In Chlupitz befand sich auch ein herrschaftlicher Meierhof.
Ein Teil von Chlupitz gehörte vermutlich seit 1370 dem Kloster Bruck (Loucký klášter).

1621 wurden die protestantischen Stände wegen ihres Aufstandes durch Kaiser Ferdinand II. enteignet. Somit verlor der damals die Herrschaft über Chlupitz innehabende Bertold Bohobub von Leipa (Lipa) seine Besitzungen. Dafür bekam Gundakar von Liechtenstein 1629 die Herrschaft Kromau (Moravský Krumlov) mit Chlupitz.

gehörte Chlupitz zur Pfarre Hosterlitz (Hostěradice) und die Gerichtszuständigkeit lag in Mährisch Kromau (Moravský Krumlov). Es ist ein Sprachgrenzort.
Chluptiz war bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Besitze der Markgrafen von Mähren, die hier einen Meierhof betrieben.

Mit der Bildung moderner Gemeinden kam Chlupitz im 19. Jh. zum Bezirk Mährisch Kromau (Moravský Krumlov) bei dem es bis 1938 blieb.

1866 waren während des preußisch-österreichischen Krieges Preußen in Chlupitz, nach denen die „Preußenlöcher“ benannt sind: Erdställe bzw. Höhlen als Verstecke für Nahrungsvorräte der Ortsbewohner, die aber schon früher bestanden haben dürften.

1930 wurde in Chlupitz ein Freibad errichtet, das sich großen Zuspruches erfreute. Dort wurden auch Schwimmwettbewerbe abgehalten.

Mit der Angliederung an das nationalsozialistische Deutsche Reich im Herbst 1938 kam der deutschsprachige Teil des alten Bezirkes Mährisch Kromau (Moravský Krumlov) und somit auch Chlupitz zum neuen Landkreis Znaim (Znojmo).

Der Bezirk Mährisch Kromau (Moravský Krumlov) wurde nach Diktatur und Krieg zwar wieder hergestellt. Nachdem dieser aber während des kommunistischen Regimes aufgelöst worden war kam Chlupitz zum neuen Okres (Bezirk) Znojmo (Znaim). Schließlich wurde der Ort bei Hosterlitz (Hostěradice) eingemeindet.

Vertreibung 1945/46:
Tschechische nationale Milizen durchsuchten im Mai 1945 die Häuser nach Wertgegenständen. Nachdem im Haus eines 47Jährigen Invaliden ein Bild von Hitler gefunden worden war, wurde dieser mehrere Tage inhaftiert und schwer misshandelt. Nach seiner Freilassung beging der Mann Selbstmord. Die deutschen Einwohner von Chlupitz wurden nach Österreich vertrieben, der größte Teil von ihnen 1946 nach Deutschland abgeschoben.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Getreide, Mais und Gemüse wurden auf einem Großteil der Gemeindefläche (346 von 385 ha) angebaut. Zuckerrüben wurden vor allem für Lieferungen an die Zuckerfabrik Grusbach (Hrušovany nad Jevišovkou) angebaut.

Gewerbe: Mühle (bis 1915), Kleingewerbe.

Einrichtungen: Gemeindekanzlei mit Raiffeisenkasse (beides im Gemeindehaus), Milchsammelstelle (eigenes Gebäude „Millihäusl“), zwei Armenhäuser, Hausbrunnen.
Elektrifizierung (1928), Freibad (1930). Der Großteil der Infrastruktur befand sich im größeren benachbarten Hosterlitz(Hostěradice) (Postamt, Arzt und Hebamme, Schule) bzw. in Mißlitz (Miroslav) (Gendarmarieposten, Bahnstation).
Eine Personenzughaltestelle gab es auch in Aschmeritz (Našiměřice).

Kulturerbe:

Glockenturm („Türml“): mit gemauertem Sockel und hölzernem Turmaufbau.

Statue Hl. Joseph.

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