Menü

Eduard_Jordan

Eduard Jordan wurde am 16. März 1850 in Gurwitz geboren.

Zuerst besuchte er die Volksschule in seinem Heimatort Gurwitz. Doch dort erhielt er aber keinerlei wichtige Ausbildung, so dass ihn seine Eltern in die Volksschule nach Rausenbruck schickten, damit er Lesen und Schreiben lerne. Statt eines Honorar arbeitete Jordan für den Lehrer an verschiedenen Kleinigkeiten. Nach einem Jahr machte er dort die Abschlussprüfung und ging an die Mittelschule in Znaim. Eine Ironie des Schicksals verhinderte seinen vorgesehen Weg als Geistlicher. Seine Mutter meldete ihn aus versehen nicht im Gymnasium sondern in der Realschule an. So dass diese kurzerhand entschlossen, dass Jordan Lehrer werden soll. Nach der dritten Klasse hätte er eigentlich in den Präparandenkurs wechseln sollen, aber da er ein Jahr zu jung war ging er zu seinem Onkel nach Treskowitz wo er ein Jahr lang als Kellner in dessen Gasthof arbeitete. In seiner Freizeit lernte er beim treskowitzer Schullehrer Orgel, Geige und Klavier.

Am 1. Oktober 1866 kam er endlich in die Lehrerbildungsanstalt nach Korneuburg. Dort erhielt er, wie er später selbst sagte, eine relativ schlechte Ausbildung als Lehrer. Gleich bei seiner ersten Anstellung wurde er nach wenigen Wochen entlassen, da er anscheinend mangelhaft ausgebildet war. Mit dieser Schmach beladen ging er nicht nach Hause sondern wanderte Richtung Süden bis er nach Niederösterreich kam. Dort kam er in dem Ort Unter-Retzbach als Gehilfe eines Oberlehrers unter. Leider wurde von Dechant, da die Kirche alle Lehrerposten bestätigen musste, abgelehnt und so blieb er als Schul-Gehilfe zwar im Dienst erhielt jedoch keine Gehaltszusicherung. Dennoch kämpfte er sich in den nächsten Jahren durch. So gar er Privatunterricht, Geigenstunden, machte Messnerdienst, Sang bei Begräbnissen, Hochzeiten und spielte Orgel.

All dies änderte sich im Jahre 1869 als das neue Reichsvolksschulgesetz in Kraft trat, welches die Kirche von ihrer schulischen Kontrolle entband. So ging er nach Wien wo er im Jahre 1870 als Unterlehrer in einer Volksschule im zweiten Gemeindebezirk arbeite. Nebenbei begann er Pädagogik zu studieren um seine eigenen Defizite auszugleichen. In den nächsten 25 Jahren wirkte er als Elementarlehrer in einer Mädchenklasse und gab nicht nur Privatstunden sondern erhielt auch mehrere Ehrenämter in verschiedenen Lehrerorganisationen. In dieser Zeit wurde er auch schriftstellerisch tätig und schrieb Artikel für die Zeitschrift „Schule und Haus“.

Aber seine Ansichten schufen ihm auch Feinde und so wurde er im Jahre 1900 seines Posten enthoben und an eine Knabenbürgerschule in den 16. Bezirk versetzt. Doch Jordan lehnte diese Stelle ab, ging ein Jahr lang in Urlaub und unterrichtete dann bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1907 an einer Mädchen-Bürgerschule in der Josefstädterstraße. Doch auch dies hielt ihn nicht von seinen Lehrertätigkeiten ab und so unterrichtete er noch drei weitere Jahre in einer Privatvolksschule im 19. Wiener Bezirk.

In den nächsten Jahren erhielt er noch verschiedene Ehrungen von Lehrerorganisationen und seinem Heimatort.

Eduard Jordan verstarb am 7. April 1930 in Wien.

zurück zu Persönlichkeiten oder Schriftsteller/Dichter