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Erich_Dichtl

Erich Dichtl

Steinbockfamilie

Gemse im Hochgebirge

Erich Dichtl wurde am 13.Dezember 1890 in Mährisch Kromau geboren.
Dichtls Vater war von Beruf Fachlehrer und ein außerordentlicher Naturfreund. Sein Haus in Mährisch Kromau sah eher wie eine kleiner Zoo aus, als eine Lehrerbehausung. Von Papageien bis Schildkröten über Rehe war hier alles zu finden. In dieser Umgebung wuchs nun Erich Dichtl auf. Natürlich erklärte sein Vater ihm alles was er wusste über die Tiere und bereits in jungen Jahren begann der kleine Erich mithilfe seines Vaters die ersten Zeichenversuche von Tierbildern.

In der Schule hatte Dichtl wenige Probleme, doch das Zeichnen von geraden geometrischen Figuren war ihm zuwider, da er seit früher Kindheit die geschwungenen Linien seiner Naturzeichnungen gewohnt war. Dies hielt den Jungen jedoch nicht ab, auf das zweite deutsche Gymnasium in Brünn zu gehen. Hier zeichnete sich Dichtl, wie hätte es anders sein können, besonders in Naturkunde und Zeichnen hervor. In der mährischen Hauptstadt konnte er nun verschiede Einflüsse auf sich wirken lassen. So besuchte er verschiedene Ausstellungen und Museum. Auch lernte er viel über den Körperaufbau verschiedener Tiere um diese besser zeichnen zu können. Nach dem Gymnasium entschied er sich Maler zu werden. Daraufhin studierte er in der Akademie für Kunst in München. Hier lernte er verschiede Kunstrichtungen und Stile kennen, wobei er auch sich auch in Radierung und Graphik ausbilden ließ. Nach dem Abschluss der Meisterklasse ging Dichtl nach Wien.

Dort besuchte er die Kunstakademie um seine Fähigkeiten noch weiter auszubauen und zu vertiefen. Während seiner Studienzeit unternahm er viele Reisen in die Beskiden, den Karpaten, den Alpen, den Böhmerwald und in die Schweiz. Dort begann er sich mit der vorhandenen reichen Tierwelt zu beschäftigen und diese zu Zeichnen. Nach seiner Ausbildung ließ sich Dichtl in Wien nieder. In der Nähe des Wiener Waldes baute er sich ein Atelier auf von wo er fast tägliche Beobachtungsstreifzüge in den Wiener Wald unternahm. Bald erhielt er auch Aufträge, so gehörten zu seinen Kunden der Tiergarten Schönbrunn und der “Deutsche Kunstverlag“. Für diesen schuf Dichtl einige Schulwandtafeln für den Naturkundeunterricht. Leider überlegte von diesen Meisterwerken nur eine Druckplatte den 2. Weltkrieg.

Bereits als 19jähriger Maler wurden seine Bilder in der Jagdzeitung „Der Waidmann“ veröffentlicht. Im Laufe der Jahre werden seine Illustrationen auch von anderen Jagdzeitungen verwendet und auch in Büchern und Ausstellungen werden seine Bilder gezeigt. Einige seiner bekanntesten Werke sind der „Rehsprung„, „St. Hubertus Bekehrung“ und „Hirsch von Löwen verfolgt“. Das letzte Bild zeigte, dass Dichtl sich nicht nur auf heimische Tierarten beschränkte sondern auch exotische Tiere in seinen Bildern festhielt. Auch in vielen Ausstellungen in München, Leipzig, Wien, Breslau, Hagen und Zürich waren seine Bilder zu finden und sowohl das Naturhistorische Museum in Wien, die Niederösterreichische Landesmuseum als auch Museen im Ausland kauften viele seiner Bilder an. Für seine Werke erhielt er im Jahre 1937 in Berlin die “Große silberne Medaille“.
Erich Dichtl verstarb im Jahre 1955 in Wien.

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