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Ortsansicht von Freistein

Die Burgruine und die Kapelle St. Johann und Paul

weitere Ortsansicht von Freistein

Burgruine Freistein, Zeichnung

Tschechischer Name: Podhradí nad Dyjí (bis 1949: Frajštejn, Frejštejn)

Fläche: 613ha

Einwohner 1910: 449 in 94 Häusern (444 dt. Ew.), 1930: 361 in 99 Häusern (312 dt. Ew.), 2010: 44.

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1822 bei Stallek (Stálky).

Lage:

Bei Freistein handelt es sich um ein kleines Dorf am westlichen Ende des Frainer Stausees (Vodní nádrž Vranov) an der Mündung des Größingbaches (Křeslický potok) zwischen Drosendorf (Niederösterreich) und Bítov (Vöttau).
Starý Petřín (Alt Petrein) ist Nachbargemeinde im Südosten.

Geschichte:

Eine Burg Vreynsteyne ist 1251 beurkundet (mit Gaitmar und Hartleb von Freistein). 1331 ist die Ansiedlung „Vreinstain“ um die Burg genannt. Damals kam sie unter die Herrschaft von Konrad von Vöttau (Bítov).

Von der Zerstörung der Burg um 1480 durch die Truppen Matthias Corvinus‘, wurde im Jahr 1493 berichtet. Später wurde der Besitz von König Vladislav II. Leopold dem Kraiger von Kraigk bestätigt, dessen Familie die Herrschaft bis zum Ende des 16. Jh. inne hatte. Zum Einflussgebiet der Burgherren gehörten auch die Ansiedlungen Größing, Šatic und Stogečic, die allerdins später verödeten.

Noch vor 1563 erhielt der in diesem Zusammenhang als „Fraynstayn“ genannte Ort Marktrechte, die Kaiser Maximilian II. 1571 erneuerte und bestätigte.

Im 17. Jh. gelangte Freistein unter die Herrschaft der Strein von Schwarzenau und Jacob Bechthold. Der 1633 zur Herrschaft Ungarschitz (Uherčice) gekommene Markt wurde damals „Freystein“, seit 1672 unverändert als Freistein genannt.

Im 18. Jh. wurde der Ort unter Emanuel Fürst von Collalto und San Salvatore Teil des Fideikommisses Ungarschitz (Uherčice).
Im Jahr 1832 wird der Ort größtenteils durch Feuer zerstört.

Bis zum Ende der Monarchie war Freistein als Sommerfrische bei den Städtern aus Znaim (Znojmo), Iglau (Jihlava), Brünn (Brno) und Wien beliebt.

Zur Gemeinde gehörte um 1900 auch das kleine Dorf „Bachörtel“ in welchem zu jener Zeit 114 Personen lebten.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46: Im Mai 1945, nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes und dem Zweiten Weltkrieg kam Freistein wieder an die Tschechoslowakei zurück. Die meisten deutschen Ortsbewohner wurden in einer „wilden Vertreibung“ (noch vor dem „Potsdamer Protkoll“) über die nahe tschechoslowakisch-österreichische Grenze vertrieben. Die neun Zurückgebliebenen deutschen Freisteiner wurden dann im August und September 1946 in die BRD zwangsausgesiedelt.

Wirtschaft und Infrastruktur::

Land- und Forstwirtschaft: In Freisten nahm mehr als die Hälfte der Gemeindefläche Wald, den zweitgrößten Teil Ackerland ein. Daher lebte der Großteil der Bevölkerung von Ackerbau und Waldwirtschaft.

Gewerbe: Im Ort befanden sich zwei Sägewerke zur Herstellung von Holzwolle. Bereits 1787 wurde eine Mühle im Ort errichtet. Des weiteren gab es eine Fabrikation von Pfeifenrohren.

Einrichtungen: Volksschule mit zwei Klassen, Freiwillige Feuerwehr, Jugendheim nahe der Burgruine Freistein.

Kulturerbe:

Burgruine Freistein (Hrad Frejštejn):, stark überwachsen auf einem Hügel oberhalb des Ortes. Um 1250 ist ein Gaitmar von Freienstein überliefert. Vorbau mit starker Schildmauer, Zugbrücke mit zwei rechteckigen Türmen. Zweigeschossige Mauern mit Renaissance-Fensterresten. Hauptburg auf dem höchsten Punkt mit ehemaligem Bergfried. Hauptsächlich Gebäude aus Bruchsteinmauerwerk zum Teil aus dem 13. Jh. Als Hyne von Liechtenstein sich gegen Georg v. Podiebrad erhebt, wird die Burg zerstört. Neuaufgebaut kam sie wieder an die Herren von Vöttau.

Kapelle St. Johann und Paul:, erbaut 1721; Westturm 1884.

Dreifaltigkeitssäule: erste Hälfte 18. Jh.

Mühle 1787.

Siegel:

Ein offensichtlich kurz nach der Markterhebung entstandenes Siegel muss verlorengegangen sein, denn auf Bitte des damaligen Herrschaftsinhabers Wolf Strein von Schwarzenau erneuerte und bestätigte Kaiser Maximilian II. mit
Urkunde vom 08. Juni 1571 das Siegel, das ein Bild der Freisteiner Burg zeigte. Leider hat sich ein Abdruck bis heute nicht gefunden. Erhalten ist ein Siegel von 1732, das im 31 mm Durchmesser Siegelrund eine pyramidenartige Darstellung des Burgfelsens zeigt. Die Umschrift dieses Siegels lautet „MARCKHTL FREIESTEIN 1732″. Seit dem 19. Jh. verzichtete der Ort auch auf diesen Rest des einst verliehenen Siegelbildes und verwendete als Marktzeichen einen fünfzackigen Stern inmitten der von einem Lorbeerkranz umgebenen Umschrift „BÜRGERMEISTERAMT FREISTEIN“.

Weblinks:

Genealogie:

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