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Gubschitz

Pfarrkirche von Gubschitz

Ansicht von Gubschitz

Hof in Gubschitz

Filialkirche der Schmerzen Mariae in Gubschitz

Tschechischer Name: Kubšice

Fläche: 354 ha

Einwohner 1910: 356 in 77 Häusern (352 deutsche Ew.), 341 in 89 Häusern (323 deutsche Ew.).

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1680 bei Wolframitz (Olbramovice)

Lage:

Gubschitz liegt in 208 m Seehöhe nordwestlich von Pohrlitz (Pohořelice). Direkte Nachbarorte sind Wolframitz (Olbramovice) im Südwesten, Schömitz (Šumice) im Südosten und Vedrovice im Nordwesten.

Geschichte:

Gubschitz wurde als „Chubschicz“ erstmals 1326 erwähnt. Bereits 1415 wurde ein Benedikt von Krawar als Besitzer der örtlichen Mühle genannt. Diese ging nach dessen Tod in den Besitz des Berthold von Lipa und im Dreißigjährigen Krieg an die Liechtenstein über. Bis 1609 gab es eine Täufergemeinde mit einer deutschsprachigen Schule im Ort.

Gubschitz war ein Dorf mit größeren und kleineren Bauerngehöften und beherbergte zwei bis drei Landarbeiterfamilien.

Nach der Auflösung der Patrimonialherrschaft gelangte Gubschitz zum politischen Bezirk Mährisch Kromau (Moravský Krumlov).

Um 1900 kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und zur Errichtung vieler Neubauten. So entstanden 1907 die neue zweiklassige Volksschule sowie eine kleine Kirche auf dem freien Anger, die bei Wolframitz (Olbramovice) eingepfarrt war.

1926 wurde auf dem Grund der Familie Pospischil (Ziegeleibesitzer) von diesen ein Altersheim errichtet, das von Schwestern der Elisabethinerinnen betreut wurde. Bei der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Kloster 1939 geschlossen. 1936 wurde die neue Turnhalle eingeweiht. Die alten Laubengänge bei den Höfen wurden durch hohe Säulenhallen ersetzt. Bis 1945 war ungefähr ein Dutzend neuer Häuser außerhalb des Ortskernes dazugekommen.

Nach der Angliederung an das damals sogenannte Niederdonau unter den Nationalsozialisten wurde neben dem alten Znaimer Bezirk auch aus den mehrheitlich deutschsprachigen Gebieten des Bezirkes Mährisch Kromau (Moravský Krumlov) der Landkreis Znaim (Znojmo) gebildet, zu dessen Verband Gubschitz bis 1945 gehörte.

Die deutsche Bevölkerung von Gubschitz wurde ab Mai 1945 nach Österreich bzw. Deutschland vertrieben.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Die Bewohner des kleinen Dorfes betrieben vorwiegend Obst- und Ackerbau. Immerhin 14 ha der Gemeindfläche waren um 1900 Weingärten.

Gewerbe: Schrotmühle (um 1415), zwei Ziegelöfen, eine Bäckerei mit Greisslerei, zwei Wirtshäuser (altes und neues ebenfalls mit Greisslerei), eine Tabak-Trafik und das Gemeindegasthaus. Daneben gab es das übliche Kleingewerbe (Schmied, Tischler, Maurer).

Einrichtungen: Schule (1870/71 in Bauernhaus eingerichtet, Neubau mit zwei Klassen 1908 als „Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumsschule“), Altenpflegeheim („Kloster“, 1927 errichtet), Freiwillige Feuerwehr (1912) mit Feuerwehr-Spritzenhaus (1920), Turnhalle (1936)

Kulturerbe:

Pfarrkirche (Filialkirche): eingepfarrt bei Wolframitz (Olbramovice), erbaut 1907 unter der Leitung der Ziegeleibesitzerin Thekla Pospischil, geb. Paweletz. Patrozinium: „Schmerzen Mariae“, Marienstatue vom Typus der Pietà („Paweletzmadonna“).

Statuen: „Gubschitzer Morta“, hl. Florian, Marienstatue.

Persönlichkeiten:

  • Thekla Paweletz (Tochter des o.g.) 1851-1942, Ziegeleibesitzerin, verehel. Pospischil.

heimatkundliche Literatur:

Klien-Paweletz, Elfriede: Mein geliebtes Gubschitz. Ein Nostalgie-Album, 2 Bände, Wien/Gubschitz 2000 (nicht publiziert).

Klien-Paweletz, Elfriede: Gubschitz-Chronik, 2001.

Lustig, Oswald: Die Marktgemeinde Wolframitz mit den Gemeinden Babitz, Gubschitz, Klein Seelowitz und Lidmeritz, Wolfenbüttel 1982.

Weblinks:

Offizielle Gemeindeseite (tschechisch)

Genealogie:

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