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Kapelle von Hostes

Ortsansicht von Hostes

Ansicht von Hostes

Tschechischer Name: Hostkovice

Fläche: 423 ha

Einwohner 1910: 189 in 41 Häusern (alle deutsch), 1930: 190 in 40 Häusern (153 deutsche Ew.), 1961 als Ortsteil von Dolní Němčice (Unter-Niemtschitz): 97.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Dačice (Datschitz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1725 bei Lipolz (Lipolec).

Lage:

Das Dorf liegt 10 km nördlich von Zlabings (Slavonice) und 3,5 km westlich von Datschitz (Dačice) an einer Bezirksstraße in 460 m Seehöhe. Die Häuser liegen hufeisenförmig um den Dorfteich, der durch eine Brücke in zwei Teile geteilt wird.

Geschichte:

Hostes wurde 1399 urkundlich erwähnt. 1415 kam das Dorf an die Herrschaft Neuhaus (Jindřichův Hradec) und 1610 an die Herrschaft Datschitz (Dačice).

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hostes stark in Mitleidenschaft gezogen.
Missernten in den 1770er Jahren führten zu Hungersnöten. Bei einem Brand im Jahr 1901 wurden sechs Häuser zerstört. Ab 1867 war Hostes selbständige Gemeinde.

In der NS-Zeit von 1938 bis 1945 war Hostes dem Landkreis Waidhofen a.d. Thaya im „Reichsgau Niederdonau“ angegliedert.

Vertreibung 1945/46:
Am 8. Juni mussten alle Deutschen von Hostes innerhalb einer Stunde den Ort verlassen. Das wenige Gepäck, welches sie mitnehmen durften, wurde noch ausgeplündert.

Nach 1945 wurde Hostes in Dolní Němčice (Unter-Niemtschitz) eingemeindet. Später erfolgte die Eingemeindung beider Dörfer in Dačice (Datschitz).

Wirtschaft und Infrastruktur:

Land- und Viehwirtschaft prägten das wirtschaftliche Leben der Einwohner von Hostes.

Gewerbe: Molkerei, Mühlen (Thomas- und Fuchsmühle), Kleingewerbe.

Einrichtungen: Raiffeisenkasse, Milchgenossenschaft, Volkshaus.

Siegel:

Auf dem ältesten Gemeindesiegel war ein umgestürzter Hakenpflug mit der Spitze nach oben abgebildet und die Inschrift: Dorf Hostes.

Kulturerbe:

hölzerner Glockenturm, (Holzgerüst) mit Glocke von 1916.

Marterl (Mariensäule) von 1720 (westlicher Ortsausgang).

Statuen: hl. Florian und hl. Jakob.

Granitkreuz von 1871.

verschiedene weitere Kreuze und Gedenksteine (z.B. bei der Mühle).

Besonderheiten: Nördlich des Dorfes erhebt sich der Radlitzer Berg. Die höchste Erhebung ist der 527 m hohe Kreuzberg (Kreuzbühel). An vielen Hängen findet man freihängende Felsblöcke mit eiszeitlichen Auswaschungen. Einer davon der „Hohle Stein“ mit einer großen Auswaschung, Platz für ein Dutzend Menschen. Im Steinbruch befindet sich die Scheidelinie zwischen Granit- und Gneisformation.

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