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Johann_Knobloch

Prof. Dr. Johann Knobloch

Prof. Dr. Johann Knobloch wurde 5. Januar 1919 in Wien geboren.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1920 zog seine Familie nach Wiesbaden in Deutschland. Doch musste sie bereits 1924 in die Tschechoslowakei ziehen, da die Tschechische Regierung nur an im eigenen Land lebende Frauen Witwenpensionen auszahlte. So zog sie mit ihren drei Kindern nach Znaim, wo Johann Knobloch, da er um fünf Tage zu jung war, in den tschechischen Kindergarten gehen musste. Dort fand er sich spielend leicht zurecht und lernte auch langsam die tschechische Sprache. Auch die ersten beiden Klassen der Volksschule absolvierte er auf einer tschechischen Schule. Erst ab der dritten Klasse wechselte er in eine deutsche Schule. Danach besuchte er ab dem Jahre 1930 das deutsche Realgymnasium in Znaim, wo er 1938 die Matura mit Auszeichnung bestand.

Da er sehr sprachbegabt war, begann er sich sehr für Sprachen zu interessieren und durch einen Aufschub der Militärpflicht war es ihm möglich ab dem Herbst 1938 in Wien ein Studium am „Indogermanischen Institut“ zu beginnen. Doch der Beginn des Krieges verhinderte vorerst ein weiteres Studium und so wurde er am 1. Dezember 1939 in die Wehrmacht eingezogen. Nach seiner Ausbildung zum Kradschützen nahm er am 9.Mai 1940 am Frankreichfeldzug teil. Doch bereits 9 Tage später wurde er schwer verwundet und in Folge dessen galt er als Schwerkriegsbeschädigter. Doch dies erlaubte ihn nun weiter zu studieren. Doch auch die Zeit zwischen den Semestern benutzte Knobloch für seine Forschungen. So nahm er bei einem Ernteeinsatz im Burgenland Kontakt mit den dortigen Roma auf und später ging er öfters in ein russisches Kriegsgefangenenlager nach Kaisersteinbruch um dort mit inhaftierten Tscherkessen mehr über deren Landessprache und Wortschatz herauszufinden. Mit diesen Themen legte er im Jänner 1944 sein Rigorosum ab und promovierte zum Doktor der Sprachwissenschaften.

Seine Studien wurden durch das Ende des Krieges und die darauf folgende Vertreibung aus der Heimat unterbrochen. Zum Glück fand er eine Unterkunft in Wien bei dem Ägyptologen Dr. Wilhelm Hein. Nach seiner Hochzeit im Jahre 1947 wurde der begabte junge Sprachwissenschaftler in die Universität Innsbruck aufgenommen. In den nächsten Jahren arbeitete er in mehreren Universität, hatte Gastbesuche und -vorlesungen und sprach sogar einmal in der Tschechoslowakei bei einem Vortrag. Sein Lebenswerk ist das dreibändige „Sprachwissenschaftliche Wörterbuch“.

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