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Josef_Fügerl

Josef Fügerl wurde am 3. März 1775 in Gnadlersdorf bei Znaim geboren.

Bereits während seiner Schulzeit begann Fügerl mit dem musikalischen Unterricht. Doch das meiste erlernte er durch Fleiß und Üben im Selbststudium. Auch begann er als Orgelspieler in einige Kreisen auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem er den Präparandenkurs im Jahre 1788 abgeschlossen hatte, ging er als Schulgehilfe nach Proßmeritz. Später führte ihn sein Weg auch nach Frain, Bruck und Unterrözbach. Der Oberamtmann der Herrschaft Bruck erkannte damals sein Potenzial und berief ihn erst als Schulgehilfen, dann als Schulprovisor und schließlich wurde er im Jahre 1804 zum Schullehrer ernannt.

Bald begann er sein Augenmerk auf die Musik zu richten und wollte mit seinem erlernten Hintergrundwissen und Können Aufführungen abzuhalten. Doch es gab zu wenig ausübende Kräfte in Bruck und Znaim. So errichtete er eine Musikschule in der er selbst die Sänger und Musiker heranbilden konnte. Als Beweis seines Könnens als Musiklehrer schafften viele seiner Schüler die Prüfungen für Musikchöre in Wien und einige wurden sogar zu Hofkapellensängern.

Zusammen mit dem Lehrer Hönlinger arbeitete Fügerl an der Pflege der Kirchenmusik in Znaim. Der daraus entstandene Verein brachte einen Zyklus von außerordentlichen, klassischen Kirchenmusikproduktionen zustande, welche damals bei allen Musikfreunden der Stadt und Umgebung die größte Teilnahme, Mitwirkung und Anerkennung fanden.
Neben diesen außerordentlichen Produktionen hielt Fügerl für die gewöhnliche Kirchenmusik stets einen streng-klassischen Aufführungsplan und gestattete jener blechjauchzenden Musik, welche sich in den Landkirchen breit zumachen begann, auf seinem Chor keinen Zutritt. Er selbst schrieb zwei Messen und 40 Einlagen und half durch sein Wirken den Sinn für wahre und echte Kirchenmusik zu erhalten. Für seine Verdienste erhielt er sogar von Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1858 die „Goldene Zivil-Ehrenmedaille“.

Josef Fügerl verstarb um das Jahr 1859 in der Gewissheit, dass sein Werk von seinen Schülern und nicht zuletzt von seinem eigenem Sohn fortgeführt werden würde.

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