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Josef_Freiherr_von_Sonnenfels

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Josef Freiherr von Sonnenfels wurde 1733 in Nikolsburg in Mähren geboren.

Nach einem Abbruch des Gymnasialstudiums wollte Sonnenfels die geistliche Laufbahn einschlagen. Leider musste der Vater wegen finanzieller Schwierigkeiten nach Ungarn übersiedeln.

Schließlich studierte er nach fünfjährigem Militärdienst im Regiment „Deutschmeister“ Rechtswissenschaften in Wien. Dies wurde durch finanzielle Unterstützung seines Vater und die Fürsprache des Fürsten Dietrichstein ermöglicht. In diesen Jahren begann er sich um die deutsche Sprache und Literatur in Österreich zu bemühen. Leider ließ ihm das Studium nicht viel Zeit und so blieben einige Reden und das eintreten in die „Deutsche Gesellschaft“ in Wien die einzigen Möglichkeiten seinem Interesse nachzugehen.

Im Jahre 1763 wurde er Professor an der Polizei- und Kameralwissenschaften (Staatswissenschaften) an der Wiener Universität. Er verfasste mehrere Untersuchungen, das grundlegende Lehrbuch „Grundsätze der Polizei-, Handlungs- und Finanzwissenschaft“ und im Anonymen war er Herausgeber der Wochenschrift „Der Vertraute“ kurze Zeit später änderte er den Namen der Schrift in „Mann ohne Vorurteil“ in dem er rücksichtslos die Fehler aller Gesellschaftsschichten aufzeigte. Treffsicher bekämpfte er auch den Hanswurst des Wiener Theaters. Hierbei zog er sich viele Feinde zu. Diese schrieben sogar eine Posse über ihn, welche anfangs sehr erfolgreich war, aber am Ende ihm eher Stärkte als Schwächte. So gewann er immer mehr Verbündete für seine Ansichten. Um sein Ansinnen nach Reformen des Theaters und der Literatur zu fördern, gab er ebenfalls den „Briefe über die wienerische Schaubühne“ heraus. So regte er ebenfalls die Reform des Burgtheaters durch Joseph II. an und wurde später im Jahre 1810 Theaterzensor, Bücherzensor und 1811 sogar Präsident der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Im Sinne der Aufklärung trat er für die Abschaffung der Folter und der Todesstrafe ein. Er forderte stattdessen eine langwierige Zwangsarbeitstrafe und als er im Jahre 1772 von der k.k. Hofkanzlei zum Schweigen ermahnt wurde, wandte er sich sofort mit einer Schutzschrift an die Kaiserin Maria Theresia, welche ihre schützenden Hände über ihn legte. Durch weitere Verdienste wurde er im Jahre 1779 zum Titularhofrat und 1780 zum wirklichen Hofrat ernannt.

Als Mitglied der Studienhofkommission war er an der Reform des österreichischen Schulwesens unter Kaiser Josef II. beteiligt. Für seine Verdienste erhielt er ein Denkmal am Wiener Rathaus.
Doch auch Kaiser Leopold II. berief Sonnenfels sogleich zum Referenten einer Kommission zur Sammlung der politischen Gesetze. Die später unter Kaiser Franz I. in Kraft tretenden Gesetze gingen alle durch seine Hand. Noch in den letzten Jahren seines Wirkens gab er seine Meinung kund und geriet dadurch öfters mit dem allmächtigen Kanzler Metternich aneinander.

Für seine Arbeiten erhielt er:

  • den Stefansorden und die Freiherrnwürde (1804)
  • Ehrenbürger der Stadt Wien (1806)
  • zum Präsident der Akademie der bildenden Künste (1810)

Josef Freiherr von Sonnenfels verstarb am 25.April 1817 in Wien.

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