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Josef Ringler

Josef Ringler wurde am 21.Mai 1887 in Unter-Tannowitz geboren.

Nach dem Untergymnasium in Nikolsburg und Brünn trat er im Jahre 1903 in die k.u.k. Infanteriekadettenschule in Kaschau in Nordostungarn ein. Leider wurde er nach seiner Ausmusterung zum Fähnrich im Jahre 1907 gleich dem k.u.k. Infanterieregiment 34 zugeteilt, welches sich in Kaschau befand. Da dieses Regiment großteils aus Ungarn bestand, lernte er deren Sprache recht schnell. Doch auch in den nächsten Jahren blieb er seiner geliebten Heimat fern, da er im Jahre 1911 nach Bosnien versetzt wurde und nur einen Urlaub im Jahr für eine Heimreise nutzen konnte. Um diese schwere Zeit etwas zu erleichtern unterhielt er einen reichen Briefwechsel. Ebenso begann er an einem literarischen „Sonnenring“ mitzuarbeiten. Hierbei handelte es sich um 7 Personen, welche sich abwechselnd immer Zeichnungen und Gedichte zu gewissen Themen schickten. Ringler, der sich immer schon aufs Zeichnen verstand, sandte diesen Ring seine ersten Werke. Besonders fielen ihm damals die Gedichte der Lyrikerin Ilse Kellner ins Auge. Diese lebte zwar in Brünn war aber in Sarajevo geboren und lebte dort bis 1905.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges kämpfte er als Kompaniekommandant trotz einiger leichter Verwundungen 27 Monate an der serbischen und italienischen Front. In dieser Zeit fasste er sich ein Herz und heiratete im Jahre 1916 in der Steiermark Frau Ilse Kellner, welche ihren Namen in Ilse Ringler-Kellner änderte. Nach einer schweren Verwundung kam Ringler nach Kaschau zurück, wo er mit seiner kleinen Familie den Zusammenbruch der österreich-ungarischen Monarchie miterlebte. Zwar wurde er gebeten als Offizier in die ungarische Armee einzutreten, doch fühlte er sich verpflichtet in seine Heimat zurück zu kehren. So kam er, nach dem Verlust all seiner Wohnungseinrichtung, am 4. November 1918 in Brünn an. Doch auch hier fand er keine Ruhe und so kämpfte er mit der spärlichen südmährischen Volkswehr gegen Tschechen und Bolschewisten, bis im Jahre 1919 Südmähren endgültig an Tschechien verloren ging. Ringler musste nach Österreich flüchten und wurde bei einem Besuch seiner Frau in Brünn von den Tschechen verhaftet. Trotz einer Woche Gefängnis und der Anklage wegen Hochverrats konnte ihm nichts stichhaltiges zur Last gelegt werden und so wurde er zurück nach Österreich abgeschoben. Trotzdem besuchte er seine Frau noch weitere zweimal in den nächsten Monaten. Bis 1920 war er Leiter der Grenzkommandostelle in Hohenau in Niederösterreich und ging dann als Major a. d. in Pension.

Nun ging er nach Perchtoldsdorf um in Wien auf die Kunstgewerbeschule zu gehen. Also ging er nun den Weg des Grafikers und Malers. Erst im Jahre 1921 holte Ringler seine Familie nach Österreich, wo sie in den nächsten schweren Jahren einen Hausstand gründete. Ringler wollte Kunsterzieher werden und so wurde er nach der Kunstgewerbeschule, dem Studium an der Universität Wien und der Technischen Hochschule in Wien im Jahre 1925 Kunsterzieher. In den nächsten Jahren arbeitete er in Wien, Mödling und Wiener Neustadt bis er im Jahre 1938 eine fixe Stelle an der Mädchenoberschule in Baden erhielt. Dort erreichte er den Rang des Ob. Stud. Direktors. Doch am Ende des 2. Weltkrieges verloren beide abermals ihr Eigentum und zogen danach von Bundesland zu Bundesland um eine Bleibe zu finden. Sie lebten dürftig von kleinen künstlerischen Arbeiten, bis sie im Jahre 1950 in Salzburg sesshaft wurden. Nun regte diese alte Stadt beide wieder zu einem gemeinsamen künstlerischen Schaffen an. Leider verstarb im Jahre 1958 Ringlers Frau nach kurzer Krankheit. Später zog Ringler zu seinen Sohn nach Heidenreichstein ins Waldviertel.

Ringler und seine Frau arbeiteten von Anfang an gemeinsam. Er zeichnete zu ihren Gedichten und Geschichten Illustrationen und so brachten sie gemeinsam mehrere Bände heraus. Nach dem Tod seiner Frau arbeitete Ringler weiter an ihren literarischen Erbe und brachte neue Gedichtsammlungen heraus. (Einige Werke von Ringler)

Es erschienen:

  • „Heimweisen“ (1923)
  • „Lieder, Balladen und Legenden“ (1932)
  • „Die Ahnenlandschaft“ (1934)
  • „Wege der Liebe“ (1963)
  • „Lebenswanderschaft“
  • „Das Ahnenhaus“

Josef Ringler verstarb am 27.Januar 1970 in Heidenreichstein.

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