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Josef_Viktor_Widmann

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Josef Viktor Widmann wurde in Nennowitz bei Brünn als Sohn einer herrschaftlichen Schäferfamilie geboren.

Er studierte in Heidelberg und Jena Theologie. Mit 24 Jahren wurde er Pfarrhelfer in Frauenfeld(Schweiz) und dann Organist und Musikdirektor in Liestal(Schweiz). Im Jahre 1868 wurde er Direktor der Töchterschule in Bern. Diese Stelle legte er 1880 nieder. Im gleichen Jahr übernahm er die Leitung der literarischen Beilage der Zeitung „Bund“, die durch ihn große Bedeutung gewann.

Er schrieb mehrere Operntexte (für die Komponisten Hermann Gotz, Brüll u.a.), das nach Musäus dramatisierte Märchen „Der geraubte Schleier“ (1864), die Epen „Buddha“ (1869) und „Der Wunderbrunnen“ (1871), die Schauspiele „Iphigenie in Delphi“ (1865), „Die Königin des Ostens“(1880) und „Jenseits von Gut und Böse“ (1893). Weiter stammen von ihm das himmlisch-irdische Idyll „Mose und Zipora“, das Pfarrhausindyll „An den Menschen ein Wohlgefallen“ (1877), die sprachlich schönen Dramen mit bewegter Handlung „Arnold von Brescia“ (1867), „Orgetorix“ (1867), „Oenone“ (1880), „Lysanders Mädchen“ (1901), „Die Muse des Aretin“ (1902) u. a.

In der episch-dramatischen „Maikäferkomödie“ und dem Legendenspiel „Der Heilige und die Tiere“ beschäftigte er sich mit dem Lernen der stummen Kreaturen, wobei Vergleiche mit dem Leben der Menschen oft nahe liege. Auch erging er sich aber gelegentlich in heftigen Ausfällen gegen Kirche und Staat. Sonst jedoch bildeten verstehende Güte und eine von Humor überglänzte Lebensphilosophie den Grundton seiner umfangreichen Dichtung.

Josef Viktor Widmann starb am 6.November 1911 in Bern.

Aus seinem Nachlass kamen folgende Werke: „Ausgewählte Feuilletons“ (1903), „Liebesbriefe des jungen W.“ (1921) und „Briefwechsel mit Gottfried Keller“ (1922).

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