Menü

Kleinseelowitz

Tschechischer Name: Selovice

Fläche: 348 ha

Einwohner: 220 in 60 Häusern

Die erste urkundliche Erwähnung war im Jahre 1220. Zu Beginn des 14. Jahrhundert gehörte Kleinseelowitz als Bestandteil des Gutes Wolframitz dem Wischehrader Kapitel, welches es 1321 Heinrich dem I. von Lippa verkaufte.
Ein Teil des Dorfes überließ 1550 Berthold der III. von Lippa dem Siegmund Waletzki von Murau. 1627 wurde der Ort dem Znaimer Jesuiten-Kollegium geschenkt.

1834 hatte Kleinseelowitz 42 Häuser mit 246 Einwohnern (116m, 130w.), es gab eine Mühle und ein Wirtshaus. Das Dorf liegt im Süden des Gemeindeverbundes der vier Ortschaften Wolframitz, Babitz und Lidmeritz, die bis zum Jahre 1949 zusammengeschlossen waren. Erst ab da, bekam jedes Dorf eine eigene Verwaltung. Im selben Jahr wurde in der Dorfmitte auch ein Glockenturm errichtet.
Johann Stöffel, Bauer Nr. 22, hatte von 1926-1938 das Amt des Gemeindevorstehers inne. Der letzte Bürgermeister war Otto Kellner Nr. 33, ein fortschrittlicher Bauer und eine Persönlichkeit in dem Ort und darüber hinaus.

Kleinseelowitz, ein kleines wohlhabendes Bauerndorf, mit ihren dazugehörenden Gewerbetreibenden, im Kreis Znaim (CSR), umfaßte ein Katastralausmaß von 348 ha Ackerland, hatte 1945 60 Häuser und 220 Einwohner, die nach Wolframitz eingeschult und eingepfarrt waren.

Im ersten Weltkrieg 1914 – 1918 fielen 8 Soldaten, im zweiten 1939 – 1945 starben 18 junge Väter und Söhne aus dieser Heimatgemeinde. Sie kämpften für unsere deutschen Heimat und gaben dafür ihr Leben. Durch den unglücklichen Ausgang dieses Krieges für uns Deutsche, wurden wir von den Tschechen aus unserer angestammten Heimat, welche einst von unseren Vorfahren urbar gemacht, nach jahrhundertelanger Seßhaftigkeit unseres Besitzes beraubt und mit 30 kg Gepäck in Viehwaggons auf unserer 1b. unvergeßlichen Heimat vertrieben. Zäher Fleiß und Ausdauer ließen unsere Landsleute in der neuen Heimat wieder zu Wohlstand und Ansehen kommen. Es wurde nicht der Untergang, den uns das tschechische Volk wünschte.

Wirtschaft:

Es gab: 1 Kaufmann 1 Bäcker 1 Wagner 1 Schmied 1 Frisör Schneider/in Lastwagen Busunternehmen Eine Brudermühle (Wiedertäufer), welche im Besitz der Familie Fritz-Frey war und ein Wirtshaus.

Als großes Ereignis hat man das von der Familie Eduard Kellner, 1922 erbaute, schöne große Vereinshaus angesehen. Kleinseelowitz wurde damit noch mehr zum kulturellen Zentrum der vier Gemeinden.

Eine besondere Beachtung verdient der Fortschritt in der Landwirtschaft. Wir begegnen hier Bauern, die auf ihren Gütern mit den modernsten Maschinen ausgerüstet, rationell wirtschafteten und alle neuzeitlichen Erkenntnisse nutzten. Der Boden war hier außergewöhnlich fruchtbar (Bodenklasse I).

zurück zum Ortsnamenverzeichnis deutsch