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Klosterkirche zur Hl. Dreifaltigkeit

Tor in der Klosterkirche zur Hl. Dreifaltigkeit

Alte Ansicht der Klosterkirche zur Hl. Dreifaltigkeit

Kloster mit Konradsteich

Tschechischer Name: Klášter, Klášter I

Fläche: 1.046 ha (heute)

Einwohner um 1930: 106 in 23 Häusern, 2001: 49.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Nová Bystřice (Neubistritz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1789.

Lage:

Kloster liegt 4 km östlich von Nová Bystřice (Neubistritz). Zu dem Ort gehört heute Konrads (Klášter II).

Geschichte:

1501 hatte Konrad von Kraig für die Paulanermönche ein Kloster gegründet. 1507 wurde das Kloster in einer Schenkungsurkunde von Konrad (ein Stück Wald und Fischteiche) abermals urkundlich erwähnt. 1533 kam es zur Zerstörung der Kirche durch die Täufer. 1616 kam Neubistritz (Nová Bystřice) und damit auch Kloster unter die Herrschaft der Slawata. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster und umliegende Ansiedlungen von kaiserlichen Truppen geplündert. Das danach wieder aufgebaute Kloster wurde 1652 nochmals zerstört, und schließlich in den 1660er Jahren wieder errichtet und ausgebaut. Das Kloster wurde 1785 unter Kaiser Josef II. aufgelöst. Nach der Auflassung wird unter Gräfin Antonia von Clary und Aldringen ausgehend vom ehemaligen Klostergarten das Dorf „Klosterdorf Neuvistritz“ gegründet, welches später Kloster genannt wurde und der Vorgänger der heutigen Ansiedlung war. 1790 wurden Konrads (Konrac), Braunschlag (Mýtinky) und Kloster zur Gemeinde Konrads (Konrac) zusammengefasst. Ab 1850 war Kloster zunächst eine selbständige Gemeinde bevor es 1869 ein Ortsteil von Konrads (Konrac) wurde.
Nach Kloster fanden Wallfahrten jährlich am 04. Mai und am Dreifaltigkeitssamstag und -sonntag statt.

Vertreibung 1945/46: Am 29. Mai 1945 wurden die deutschen Bewohner von Kloster von den tschechischen Revolutionsgarden binnen einer halben Stunde vertrieben, die noch Zurückgebliebenen am 26. Juni.

1950 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde Konrac in Klášter, wobei der Ortsteil Klášter die Bezeichnung Klášter I und der Ortsteil Konrac den Namen Klášter II erhielt. Seit 1961 ist Klášter ein Ortsteil von Neubistritz (Nová Bystřice).

1958 stürzte das Klostergebäude ein und wurde weggeräumt. Der Schlüssel zur noch erhaltenen Kirche befindet sich im letzten Haus vor dem Friedhof. Vor der Kirche steht eine alte, naturgeschützte Linde. Auf dem alten Weg von Kloster nach Sichelbach befindet sich der Teufelsstein.

Der Klosterteich weist einen Umfang von 15 ha auf. Ab dem Kloster bei der Pestsäule abzweigend führt eine neue Straße durch den Klosterwald über Philippsdorf (Filipov) und Dobroten (Dobrotin) nach Altstadt (Stáre Mesto).

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Angebaut wurden vor allem Getreide, Futterrüben und Kartoffeln, Viehzucht, Waldarbeit.

Gewerbe: Gasthaus Klosterwirt, Kleingewerbe.

Einrichtungen: Eine zweiklassige Volksschule wurde Ende des 18. Jh. im Klostergebäude eingerichtet.

Kulturerbe:

Klosterkirche zur Hl. Dreifaltigkeit: Die Grundmauern der Kirche stammen noch aus dem Jahr 1501. Nach der Zerstörung durch die Wiedertäufer 1533 wurde sie in den Jahren 1668-82 von Graf Adam Paul neu aufgebaut. Der Plan für Kirche und Kloster stammt von Giovanni Domenico Ursini, während der Bau selbst von Jakob Werner ausgeführt wurde. Die Steinmetzarbeiten sind von Paul Neuwirth, Stuckateurarbeiten von Innozenz Comet, Vergoldungen von Fr. Miller aus Neuhaus und Kaspar Nigrin aus Neubistritz (Nová Bystřice). Der Hauptaltar stammt aus dem Jahre 1678 und wurde von dem Wiener Meister Kaspar Zeller errichtet.
Die Statuen des hl. Veit, der hl. Ludmilla, des hl. Wenzel, des hl. Sigmund, der Kirchenväter, der Engel und der hl. Maria wurden im Jahre 1679 von Sigmund Lichtenberg ausgeführt.
1888 wurde der Hauptaltar von Franz Mayerhofer neu staffiert. Das große Altarbild wurde von Johann Christian Schroeder 1681 gemalt. Das runde Gemälde über dem Altarbild stammt von Anton Classen. Der Altar des Ordensgründer Franz de Paula im zweiten Feld auf der Epistelseite wurde von Paul Grätz gestaltet.

In der Sakristei befindet sich eine bemerkenswerte Holzschnitzerei „Der Lebensbaum“, welche das Werk eines zur Strafe eingesperrten unbekannten Mönchs sein soll.

Der Klosterneu- bzw. -umbau wurde von Niklas Liebgang zwischen 1665 und 1667 ausgeführt (zweigeschossig um einen Kreuzganghof).

Persönlichkeit:

Karl Banhans, Freiherr von (*12.6.1861 Kloster; +15.7.1942 Wien), Präsident der Verwaltungskommission der Österreichischen Bundesbahn

heimatkundliche Literatur:

Lache, Josef Franz: Kloster. Geschichte und Beschreibung. 1920.

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