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Ortsansicht von Kodau

Tschechischer Name: Kadov, Kadov u Moravského Krumlova

Fläche: 625 ha

Einwohner 1910: 401 in 91 Häusern (394 dt. Ew.), 1930: 372 in 98 Häusern (338 dt. Ew.), 2006: 140.

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1757, davor ab 1653 bei Hosterlitz (Hostěradice)

Lage:

Kodau liegt in 217 m Höhe am Hang des Kodau-Berges (Kadovská Hora) nahe der früheren tschechisch-deutschen Sprachgrenze. Nachbarorte sind Deutsch Knönitz (Miroslavské Knínice) im Osten auf der anderen Seite des Kodau-Berges, Mißlitz (Miroslav) im Südosten, Nispitz (Míšovice) und Hosterlitz (Hostěradice) im Süden sowie Petrowitz (Petrovice) im Norden.

Geschichte:

Seine Namensformen wechselten seit der ersten urkundlichen Nennung 1235 von „Cadow“ (1383) zu „Kodav“ (1513) und „Kadau“ (1643).
Die Pfarre befand sich urkundlich von 1230 bis 1400 unter dem Patronat des Nonnenklosters Dubravnik. Seit 1751 ist die heutige Schreibweise unverändert. Um 1550 war das Dorf lutherisch, ab 1620 wieder katholisch.

1645 wurde Kodau von schwedischen Truppen verwüstet. Um 1668 war alljährlich ein Fass Wein an die damals zuständige Pfarre in Hosterlitz (Hostěradice) abzuliefern. Kodau gehörte zur Liechtensteiner Herrschaft Mährisch Kromau (Moravský Krumlov), deren Geschichte das Dorf bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts teilte.

Danach wurde Kodau im Zuge der Errichtung von Verwaltungsbezirken anstelle der Grundherrschaften dem Bezirk Mährisch-Kromau (Moravský Krumlov) zugeordnet.

Bis 1888 gab es im Ort auch Förderung von Eisenerz.

Nachdem 1939 unter nationalsozialistischer Verwaltung unter anderem auch aus den mehrheitlich deutschsprachigen Teilen des Kromauer Bezirkes der Kreis Znaim (Znojmo) gebildet worden war, gehörte Kodau bis 1945 auch zu diesem.
Im Zweiten Weltkrieg fielen zwanzig Kodauer, acht blieben vermisst.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46:
Nach dem Einmarsch der Sowjets kamen bewaffnete tschechische „Partisanen“ nach Kodau und führten Hausdurchsuchungen durch. Dabei kam es zu Misshandlungen wobei auch ein, mit einer Deutschen verheirateter tschechischer Einwohner, Opfer dieser Ausschreitungen wurde. Von den Vertriebenen blieben 12 in Österreich, während 260 nach Deutschland zwangsausgesiedelt wurden.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Weizen und Zuckerrüben (470 ha Ackerland), Obstanbau, Weinbau nach starken Reblausschäden nur für Eigenbedarf (10 ha).

Gewerbe: Kalksteinbrüche, Kalköfen und Kalksteinbrüche (bis ca. 1930) und Dampfmolkerei (1925-1930), Kleingewerbe.

Einrichtungen: Volksschule (erstes Gebäude 1750; Neubau 1883, zweigeschossig und zweiklassig), Gemeindebücherei, zuständiges Postamt in Hosterlitz (Hostěradice), befestigte Straßen/Straßenbau um 1900, Freiw. Feuerwehr (1893, 1933 mit Motorspritze ausgestattet), Raiffeisenkasse (1898), Milchgenossenschaft (1923).

Kulturerbe:

Pfarrkirche zu den hl. Aposteln Philipp und Jakob: Spätgotischer Bau aus dem 15. Jh. Bis 1822 war die Kirche 16 m lang, 6 m breit und 12 m hoch. In diesem Jahr wurde sie um die Kapelle der hl. Margareta vergrößert und der Eingang auf die Südseite verlegt. 1832 wurde der Hauptaltar neu gestaltet.

Pestsäule aus 1717, Johannesstatue aus 1738 vor dem Pfarrhaus.

Siegel:

Seit der Mitte des 18. Jahrhundert ist für Kodau ein Dorfsiegel überliefert, das innerhalb der Umschrift zwei Rebmesser und zwei Trauben zeigt.

Weblinks:

Genealogie:

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