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Ansicht von Lipolz

Die Kirchenveste von Lipolz, geweiht dem hl. Lambert

Tschechischer Name: Lipolec

Fläche: 1.081 ha

Einwohner 1910: 335 in 75 Häusern (314 dt. Ew.), 1930: 313 in 79 Häusern (204 dt. Ew.), 1961: 238.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Slavonice (Zlabings)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1725

Lage:

Lipolz liegt 9,5 km nördlich von Zlabings (Slavonice) in 510 m Seehöhe. In der Gemarkung gibt es einige Teiche und Wegkreuze. Südlich des Dorfes erhebt sich der 606 m hohe Peltz-Berg.

Geschichte:

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte um 1390. Heinrich von Neuhaus schenkte der Pfarre ein Waldstück. Der Name des Ortes weist eventuell auf einen „Lipold“ hin.

Lipoz soll einer anderen Quelle zufolge bereits im Jahr 1353 genannt worden sein, denn 1390 bestand hier schon eine Pfarre. Diese löste sich während des Dreißigjährigen Krieges auf und wurde 1736 erneuert.

Im Jahr 1616 war Lipolz ein Marktdorf, doch verkaufte es das Marktrecht in der Mitte des 18. Jahrhunderts der Stadt Datschitz (Dačice).

Mitte des 19 Jh. wurde Lipolz Bestandteil des politischen Bezirkes Datschitz (Dačice).
Der zuständige Gerichtsbezirk war Zlabings (Slavonice).

Ein Brand vernichtete 1914 sechs Bauernhöfe.

1938 wurde Lipolz unter NS-Herrschaft dem Kreis Waidhofen a.d. Thaya angegliedert, bei dem es bis 1945 blieb.
Im Zweiten Weltkrieg fielen zehn Lipolzer.

Vertreibung 1945/46:
Während der Nachkriegsexzesse wurden vier Männer und eine Frau ermordet. Die Leichen wiesen Verstümmelungen auf. Um den Abzug der Einwohner zu erpressen wurden Geiseln genommen, welche schwer misshandelt wurden. Eine Familie mit drei Kindern beging Selbstmord.
Am 8. Juni 1945 wurden 175 deutsche Lipolzer vertrieben.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Der Ort war von Land- und Teichwirtschaft geprägt.

Daneben gab es übliches Kleingewerbe (Wirtshaus, Kaufmann, Schmied, Tischler, Schneider, Schuhmacher).

Einrichtungen: Volksschule (Unterricht 1668 nachgewiesen, 1792 Schulgebäude errichtet), einklassige tschechische Schule (1922), Freiwillige Feuerwehr, Raiffeisenkasse (1910).

Kulturerbe:

Kirche St. Lambert: Vom um 1390 erwähnten, gotischen Bau der Wehrkirche, war nach dem Brand von 1865 nur der aus Bruchsteinmauerwerk bestehende Turm erhalten geblieben. Dieser trägt eine auf Kragsteinen ruhende, aus Holz gezimmerte Galerie mit Schindeldach, ein in Südmähren einmaliges Baudenkmal. Die 1868 neu erbaute Kirche zeigt am Hauptaltar ein von Ignaz Dullinger gemaltes Bild des hl. Lambert. Auf dem Nebenaltar des hl. Josef befindet sich ebenfalls ein Bild von Dullinger, ein zweiter Seitenaltar ist Maria von Lourdes geweiht.

Pfarrhof von 1796, erst 1912 mit Ziegeln gedeckt.

zahlreiche Kreuze im und um den Ort.

heimatkundliche Literatur:

  • Barta, Johann: Aus der Geschichte des Dorfes Lipolz. o.J.
  • Gedenkbuch der Pfarrgemeinde Lipolz.

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