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Ansicht der Filialkirche St. Johannes der Täufer

Ansicht Münichschlag

Tschechischer Name: Mnich

Fläche: 502 ha

Einwohner 1910: 471 in 66 Häusern (alle dt.), 1930: 354 in 73 Häusern (312 dt. Ew.).

heutige Gemeindezugehörigkeit: Nová Bystřice (Neubistritz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1664 bei Neubistritz (Nová Bystřice).

Lage:

Münichschlag lag 2 km südsüdwestlich von Neubistritz (Nová Bystřice) auf 589 m Meereshöhe.

Geschichte:

Das Straßendorf wurde um 1180 durch Mailberger Mönche (Johanniter) gegründet und verwaltet, 1188 ist es als „Munuslohe“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In dieser Hinsicht ist Münichschlag zu den ältesten Orten in dieser Region zu zählen. 1369 wurde der Ort im Urbar von Litschau erwähnt. In den Auseinandersetzungen mit den Hussiten wurde Münichschlag 1420 zerstört, später aber wieder aufgebaut.
1487 ist das Ortsgebiet als Teil der Herrschaft Landstein (Landštejn) erwähnt, doch kommt es später zur Herrschaft Neubistritz (Nová Bystřice) wo es bis 1848 bleibt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Münichschlag abermals geplündert und verwüstet.

Neben der ersten Nennung waren weiter Schreibweisen: 1407 „Munichslaa“, 1487 „Minislog“, 1575 „Mynyslog“, 1654 „Mynsslog“, 1790 „Minichschlog“. Der heutige Name ist seit 1854 nachgewiesen.

Vertreibung 1945/46:
Am 28. Mai 1945 mussten die deutschen Münichschlager innerhalb von 30 Minuten den Ort verlassen. Sie wurden von tschechischen „Revolutions-Gardisten“, die mit Bussen in den Ort kamen Richtung Österreich vertrieben.

Aufgrund der Grenznähe wurde Münichschlag 1951 aufgelöst und abgesiedelt. Die Gemeindefluren wurden nach Neubistritz (Nová Bystřice) eingemeindet. Heute steht noch ein eisernes Kreuz mit der Aufschrift: „ruina osady Mnich, založeno 1180, zničeno 1952“ (Ruine des Dorfes Münichschlag, gegründet 1180, zerstört 1952).

Wirtschaft und Infrastruktur:

In Münichschlag waren Bauern und Handwerker ansässig. Auch die Teichwirtschaft spielte eine Rolle.

Im Ort befand sich eine Mühle mit Drechslerei und ein Gasthaus.

1895 wurde eine zweiklassige Volksschule eingerichtet.
Weiters gab es eine Freiwillige Feuerwehr und ein Landwirtschaftliches Casino.

Kulturerbe:

Von einer wahrscheinlich aus dem 11. Jahrhundert stammenden romanischen Kirche hat sich nur die Apsis, 3 m lang und 3,5 m breit, mit einem kleinen romanischen Fenster hinter dem Hauptaltar erhalten. In der ersten Hälfte des 13. Jh. entstand die Kirche hl. Johannes der Täufer. Sie wurde 1471 nach einem Brand neu aufgebaut und 1721 vergrößert. Die Kirche hatte ein 15 m langes und 6,5 m breites Langhaus. Auf dem Rokoko-Hauptaltar befand sich ein Bild der Taufe Christi, Kopie nach Guido Reni, dessen Original sich in Neuhaus (Jindřichův Hradec) befindet.

Statuen des hl. Wolfgang und Johannes d. Täufers.

Böhmkreuz am Ortseingang.

Weblinks:

Historische Bilder und Fotos der Wüstung auf www.zanikleobce.cz (Verschwundene Orte)

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