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Tschechischer Name: Smolín

Fläche: 588 ha

Einwohner 1910: 391 in 77 Häusern (368 dt. Ew.), 1930: 390 Ew. in 90 Häusern (283 dt. Ew.), 2001: 221.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Pohořelice (Pohrlitz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Brno-venkov (Brünn-Land)

Matriken: seit 1712 bei Mödlau.

Grundbücher: seit 1748.

Lage:

Mohleis liegt am linken Ufer der Jihlava (Igel) nordöstlich von Pohrlitz (Pohořelice) auf ca. 250 m Höhe.

Geschichte:

Am östlichen Ufer der Igel entstand vermutlich im 14. Jahrhundert das Dorf Mohleis. 1353 wird es mit einem Otto von Mohleis erstmals urkundlich genannt. Das Dorf gehörte von 1590 bis 1848 zur Herrschaft Seelowitz (Židlochovice).

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mohleis geplündert und 1645 wütete eine Pestepidemie in der Ortschaft.
Die Kinder von Mohleis besuchten bis 1871 die Schule in Mödlau (Medlov). Außerdem befand sich dort die zuständige Pfarre. Seit 1864 wurde in Mohleis am Tag des Kirchenpatrons die Messe zweisprachig in deutsch und tschechisch gelesen.

Im Zweiten Weltkrieg zählte Mohleis 19 Opfer an der Front.

Vertreibung 1945/46:
Am 18. und 20. August 1945 wurden 52 bzw. 73 Personen vertrieben. Kaum ein Jahr später folgten die letzten 101 deutschen Einwohner (26 Familien) der Ortschaft. Nur 11 konnten im Ort bleiben.
Nach Bayern zogen rund 45%, nach Württemberg 20%, nach Baden 8%, nach Hessen 5% und nach Österreich 22%.

1976 wurde Mohleis nach Pohrlitz (Pohořelice) eingemeindet.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Anbau von Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Luzerne und Klee.
Aufgrund eines reichen Baumbestandes an Lindenbäumen und Robinien („Akazien“), die für Bienen sehr attraktiv sind, gab es auch Imkerei.

Gewerbe: Gewerbetreibende im Ort waren Schmied, Schuster und Schneider.

Einrichtungen: Schule (1871 durch Umbau des Gemeindegasthauses, 1907 um zwei Klassen erweitert), tschechische Schule (1919-1938), Armenhaus, mehrere Vereine, Elektrifizierung 1926, Freiw. Feuerwehr, Raiffeisenkasse (1892), Milchsammelstelle der Molkerei in Pohrlitz (Pohořelice).

Kulturerbe:

Kapelle St. Cyrill und Method von 1758 (mit Glocke).

Kapelle St. Anna

Kapelle der Immaculata auf dem Mohleiser Berg.

zwei Statuen des Johannes von Nepomuk.

vier Kreuze (eines aus dem 18. Jh.) und zwei Marterln (eines hl. Florian).

Besonderheit:

In Mohleis und der näheren Umgebung nisteten Erdschwalben.

heimatkundliche Literatur:

Gregor, Gustav: Geschichte der Ortsgemeinde Mohleis, 1967.

Weblinks:

Beschreibung auf Wikipedia

Genealogie:

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