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Neudek_bei_Eisgrub

Ansicht von Neudek

Ansicht von Neudek

Holztransport in Neudek

Volksschule von Neudek vor dem Auto des Fürsten Liechtenstein im Jahre 1938

Tschechischer Name: Nejdek

Fläche: 469

Einwohner 1910: 336 in 71 Häusern (328 dt. Ew.), 1930: 350 in 86 Häusern (334 dt. Ew.), 1961: 217 in 55 Häusern.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Lednice (Eisgrub)

heutiger Verwaltungsbezirk: Břeclav (Lundenburg)

Matriken: seit 1688 bei Eisgrub.

Grundbücher: seit 1803.

Geschichte:

1042 wurde das Gebiet durch Schenkung Heinrichs III. Besitz der Bischöfe von Regensburg. Die erste Namensnennung erfolgte 1244 als „Nideke“, als Wenzel I. Siegfried den Waisen mit Eisgrub (Lednice), Neudek und Pulgram () belehnte.

In weiterer Folge änderte sich der Name 1286 und 1300 zu „Naidech“ und in einer Urkunde von 1310, als die Herrschaft zum Haus Liechtenstein wechselte, wurde der Ort als „Neideke“ bezeichnet.

1332 wurde der Ort als „Veste“ und „Dorf“ bezeichnet. Im Urbar von 1414 sind hauptsächlich deutsche Namen verzeichnet. In der Reformationszeit entstand eine bedeutende Täufergemeinde.

Bei der Herrschaft Eisgrub (Lednice) verblieb Neudek bis 1848.

Vertreibung 1945/46:
Am 23. Mai 1945 wurden zwei Drittel der deutschen Bevölkerung Neudeks zwangsausgewiesen. Ortsfremde Tschechen und tschechische Ziegeleiarbeiter traten als „Hausbesetzer“ in Erscheinung. Nachdem den Einwohnern die Wertsachen abgenommen worden waren, wurden sie mit 20 kg Handgepäck über die Grenze nach Österreich vertrieben.

1966 wurde Neudek nach Eisgrub (Lednice) eingemeindet.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Um 1900 machten von der Gemeindefläche 168 ha Ackerfläche und 142 ha Wald aus. Der Rest fiel zum Großteil auf Wiesen und Weiden.

Gewerbe: Mühle (später mit E-Werk ausgestattet, lieferte Strom für Neudek und die Gebäude der Gutsverwaltung bzw. der Gutsherrschaft), Sägewerk, Molkerei, Gasthaus, Gemischtwarenhandlungen, Schneider, Schuster.

Einrichtungen: Volksschule (zwei Klassen), Gemeindebücherei, Kindergarten, Armenhaus, Omnibuslinie nach Nikolsburg (Mikulov) und Lundenburg (Břeclav), Freiwillige Feuerwehr (1912).

Kulturerbe:

Hallenkriche St. Laurentius: 1746 als Kapelle auf dem Platz des nach außen verlegten Friedhofs erbaut, 1836 nach Blitzschlag abgebrannt, wieder errichtet und renoviert. Im Turm befanden sich zwei Glocken, die vom Glockengießer Adam Hegelmann 1780 in Nikolsburg (Mikulov) gegossen wurden.

Genealogie:

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