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Ortsansicht von Pomitsch

Tschechischer Name: Podmyče

Fläche: 434 ha

Einwohner 1910: 285 in 59 Häusern (281 dt. Ew.), 1930: 323 in 71 Häusern (309 dt. Ew.), 2010: 95.

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1642 bei Frain (Vranov).

Lage:

Pomitsch (Podmyče) liegt auf 440 Metern Meereshöhe und ist als Längsangerdorf angelegt. Nachbarorte sind: Frain (Vranov) im Osten, Felling jenseits der tschech.-österr. Grenze im Süden, Neu Petrein (Nový Petřín) im Westen und Landschau (Lančov) im Norden.

Geschichte:

In einer Urkunde des böhmischen Königs Johann von Luxemburg vom 28. September 1323 ist „Pomocz“ erstmals genannt. 1371 lautete die Schreibweise „Podmicze“, seit 1672 ist der heute gebräuchliche Ortsname „Pomitsch“ urkundlich nachweisbar.

Das Dorf umfasste 19 Viertellehner-Höfe mit je 12 ha Ackerfläche. Daneben waren viele Häusler ansässig. Zwischen 1860 und 1904 wurden 12 Höfe zwangsweise verkauft, da die ansässigen Bauern in finanzielle Notlagen geraten waren. Ebenso wurden ab 1875 sieben Hofstellen verkleinert und eine ganz aufgelöst (auf dieser wurde später die Schule errichtet).

Als Bestandteil der Frainer Allodherrschaft teilte Pomitsch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts deren Geschichte. (siehe auch Frain (Vranov).

1917 vernichtete Frost die Baumblüte und der Sommer war so trocken, dass der Ernteertrag nur sehr gering ausfiel. Zudem verschlimmerte die Kriegswirtschaft die Ernährungslage der Bevölkerung.

In der Zeit der Zugehörigkeit zum nationalsozialistischen Deutschen Reich war Pomitsch von 1939-1945 als Ortsteil in die Gemeinde Landschau (Lančov) eingemeindet und diese dem Kreis Znaim (Znojmo) untergeordnet. Seit 1946 ist Pomitsch wieder selbständige Gemeinde.

Nach dem Ende von Diktatur und Krieg wurden zwei Männer aus Pomitsch am 30. Mai 1945 von „Revolutionsgardisten“ verhaftet und in das Gefängnis nach Znaim (Znojmo) gebracht wo sie schweren Misshandlungen ausgesetzt waren.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46:
Am 17. Juni mussten fast alle Deutschen innerhalb einer halben Stunden den Ort verlassen. Dabei durften sie nur 20 kg Gepäck mitnehmen.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Die Einwohner von Pomitsch lebten von der Vieh- und Landwirtschaft. Daneben gab es Kleingewerbe und ein Sägewerk (1922). Teile des dazugehörigen Gebietes waren Großgrundbesitz.

Einrichtungen: Postablage, Freiwillige Feuerwehr (1905), Volksschule (1900).

Kulturerbe:

Kapelle der hl. Margareta mit einem massiven dreigeschossigen Turm, 1721 erbaut. Im Turm zwei Glocken.

Bildstock mit Gnadenbild von 1783, Richtung Frain (Vranov).

Weblinks:

Genealogie:

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