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Schönborn_auch_Neudorf

Tschechischer Name: Nová Ves

Fläche: 372 ha

Einwohner 1910: 254 in 41 Häusern (191 dt. Ew.), 1930: 228 in 42 Häusern (102 dt. Ew.), 2001: 40.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Číměř (Schamers)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit Ortsgründung bei Oberbaumgarten (Horní Pěna).

Lage:

Schönborn liegt 10 km westlich von Neubistritz (Nová Bystřice) in ursprünglich sumpfigem Gebiet. Im Norden befindet sich der „Schmiedhanselberg“ (550 m).

Geschichte:

Das Haufendorf wurde 1804 auf Dominikalgrund von Graf Czernin als Holzfällersiedlung gegründet. 1565 befand sich an dieser Stelle die „Grobauer-Hegerei“. In Anlehnung an das befreundete Haus Schönborn entstand der Name. Die Einwohner nannten es auch „Neudorf“ (daher auch der tschechische Name). Die Siedler kamen aus Deutsch Moliken (Malíkov) und Weißenbach (Bíla).

Um 1900 wurde eine Verbindungsstraße zwischen Weißenbach (Bíla), Lassenitz (Lásenice) und Schönborn gebaut jedoch nicht fertiggestellt. Bei Schönborn blieb ca. ein Kilometer in rohem Zustand. Der ursprüngliche Name „Schönborndorf“ wurde 1898 zu „Schönborn“ geändert.

Nach Enteignung der Güter der Familie Czernin um 1920, können die Pächter Grund vom tschechoslowakischen Staat erwerben.

Vertreibung 1945/46:
Am 29. Mai wurden alle deutschen Einwohner aus dem Ort vertrieben. Unter Verlust der Wertsachen durfte nur wenig Handgepäck mitgenommen werden. Von vier tschechischen Bewachern begleitet, wurden die ehemaligen Bewohner Richtung Grenze nach Österreich vertrieben.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Im Ort lebten Landwirte, Waldarbeiter und Handwerker. Viele Männer arbeiteten vor dem Ersten Weltkrieg im Frühjahr oft zusätzlich als Maurer in Wien. Einige Frauen folgten ihnen als „Mörtelmischerinnen“. Im Herbst wurden die Ortsbewohner zum Dienst bei der Treibjagd herangezogen.

Einrichtungen: einklassige Volksschule (ab 1918 tschechische Schule), Spritzenhaus, zuständiges Postamt in Schamers (Číměř); Freiwillige Feuerwehr (1902/03), Mahlmühlengenossenschaft Niedermühl, Molkereigenossenschaft Oberbaumgarten.

Kulturerbe:

Kapelle St. Franziskus, eingepfarrt in Schamers (Číměř).

heimatkundliche Literatur:

Hoffmann, Fritz/Zorn, Josef: Franz-Josefsfeld-Schönborn, 1963.

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