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Ortsansicht von Socherl

Ansichten von Socherl

Dorfstraße von Socherl

Tschechischer Name: Suchohrdly u Miroslavi

Fläche: 779 ha

Einwohner 1910: 605 in 111 Häusern (545 dt. Ew.), 1930: 710 in 156 Häusern (351 dt. Ew.), 2010: 476.

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1695 bei Mißlitz (Miroslav)

Lage:

Socherl (Suchohrdly u Miroslavi) liegt auf 209 m Meereshöhe. Nachbarorte sind im Norden Aschmeritz (Našiměřice), im Westen Mißlitz (Miroslav), im Süden Damitz (Damnice) und im Osten Dornfeld (Trnové Pole).

Geschichte:

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „in villis Svchohvrdl“ im Jahr 1358. 1569 wurde Socherl von Georg von Mirow an Wenzel von Hoditz verkauft.

Durch Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg verödete das Dorf und wurde erst in den 1670er Jahren wieder neu besiedelt.
Von 1692 bis 1784 war Socherl ein Teil der Herrschaft des Klosters Bruck.
Im Ort wurde ein herrschaftlicher Meierhof gegründet.

Nach Aufhebung der Grundherrschaften wurde Socherl vom Bezirk Mährisch-Kromau (Moravský Krumlov) verwaltet.

1893 wurde Karl Stummer als Besitzer genannt, 1912 verpachtete Baronin Amalie von Hardt-Stummer das Gut Socherl an die Länderbank in Brünn (Brno).

Durch die Bodenreform wurde das Gut 1924 in eine tschechoslowakische Staatsdomäne umgewandelt.
12 tschechische Bauern (Kolonisten) wurden entlang der Ortsstraße angesiedelt und mit Ackerland aus dem Gutsbesitz versorgt.

Weil die mehrheitlich deutschsprachigen Gebiete des Bezirkes Mährisch-Kromau (Moravský Krumlov) 1938 an das nationalsozialistische Deutsche Reich angegliedert worden waren, war Socherl von 1939-1945 ein Teil des Kreises Znaim (Znojmo).

Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Socherl 1945/46: Ein Teil der deutschen Einwohner flüchtete oder wurde ab Mai 1945 über die Grenze nach Österreich vertrieben. Im März 1946 wurden die noch verbliebenen 80 Einwohner von Socherl nach Westdeutschland abgeschoben.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Zur Feldarbeit des Gutshofes waren sechs Paar Pferde und sechs Paar Ochsengespann nötig. Auf 729 Hektar wurde um die vorletzte Jahrhundertwende Ackerbau betrieben.
Die Haupternte bestand aus Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse. Durch das günstige Klima konnten auch empfindlichere Obstsorten wie Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Wein und Walnüsse angebaut werden.

Gewerbe: Wagner, Huf- & Wagenschmied, Schuhmacher, Bäcker, Metzgerei, zwei Gastwirte, drei Schneider und zwei Lebensmittelläden.

Einrichtungen: Schule (1918), Gemeindeamt, Postamt.

Kulturerbe:

Kirche St. Margareta: Altar und Bild der Namenspatronin 1655 von Mißlitz (Miroslav) überführt.

Weblinks:

Genealogie:

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