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Glockenturm in Teßwitz an der Wiese

Ansichten von Teßwitz an der Wiese

Glockenturm in Teßwitz an der Wiese

Tschechischer Name: Stošíkovice na Louce

Fläche: 634 ha

Einwohner 1910: 385 in 74 Häusern (381 dt. Ew.), 1930: 392 in 96 Häusern (382 dt. Ew.), 2010: 214.

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1694 bei Groß Olkowitz (Oleksovice)

Lage:

Teßwitz an der Wiese (Stošíkovice na Louce) liegt etwa in 12 Kilometer östlich der Stadt Znaim (Znojmo) auf 196 Metern. Der höchste Punkt der Gemarkung liegt in der Äußeren Heid mit 264 m in der Nähe der Lechwitzer Wallfahrtskirche. Nachbarorte sind Groß-Olkowitz (Oleksovice) im Osten, Lechwitz (Lechovice) und Pratsch (Práče) im Süden und Proßmeritz (Prosiměřice) im Nordwesten.

Geschichte:

Der Ort zeigt die typische Siedlungsform des 12. Jahrhundert: den längsförmigen Dreiecksanger, was auf eine Gründung in diesem Jahrhundert schließen lässt. 1260 wurde ein Hof genannt, der an das Kloster Bruck kam. 1287 wurde dem Katharinenkloster in Znaim (Znojmo) Besitz im Ortsgebiet bestätigt. Die Herrschaften wechseln im Ort mehrmals. Urkundlich erwähnt wurde das Dorf Teßwitz erstmals 1364. Der Zusatz „an der Wiese“ kam im 16. Jh. hinzu, um es besser von dem gleichnamigen Ort im Besitz des Klosters Bruck zu unterscheiden.

Um 1580 wurde die Bevölkerungsmehrheit im Ort lutherisch und verweigerte den Zehent an das Kloster. Der protestantische Ortsbesitzer wurde 1621 vom katholischen Kaiser enteignet. 1699 wurde der Besitz von den Liechtensteinern gekauft und in deren Frischauer Herrschaft eingefügt, in welcher Teßwitz bis 1848 verblieb.

Um 1900 erbte ein Vertreter der Lobkowitzer das herrschaftliche Gut in Teßwitz.
Die Gemarkungsgröße umfasste seit 1890 634 ha. Davon hatte der Gutshof von Philipp Wambold-Umstadt 8 Halblehen (960 Metzen d.i. 192 ha). Im Ort gab es 7 Halblehner (120 Metzen) und 32 Viertellehner zu 60 Metzen Feld, die restlichen Häusler hatten weniger (1 ha = 5 Metzen).

Da die Gemeindechronik verloren ging, liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen über besondere Ereignisse, wie Pest und Hungersnöte vor. Nur zwei Pestsäulen und zeugen davon, dass auch die Teßwitzer Bevölkerung von diesen Katastrophen nicht verschont geblieben war. Hochwasser gab es des öfteren infolge von Dammbrüchen der Jaispitz (Jevišovka) vor allem im 19. Jahrhundert.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung von Teßwitz 1945/46:
Im Juli 1945 wurden die ersten Höfe von ortsfremden Tschechen übernommen. Die noch verbliebenen deutschen Bewohner mussten für sie arbeiten.
Am 30. Oktober 1945 wurden ca. 30 Frauen und Kinder mit Gepäck auf einem offenen LKW nach Böhmen transportiert, wo sie bis Februar 1946 bei tschechischen Bauern arbeiten mussten. Über Znaim (Znojmo) wurden sie am 28.02.1946 als erste Gruppe nach Deutschland abtransportiert. Der letzte Transport erfolgte im Juli 1946. Ein nicht wieder besiedelter Teil des Dorfes verödete danach oder wurde abgerissen.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Anbau von Getreide und Gemüse (Gurken, Tomaten, Rüben), aber auch Anlage von Obst- und Weingärten.
Zu Teßwitz gehörte außerdem ein Gutshof.

Im Ort wurde Kleingewerbe betrieben.

Einrichtungen: Schulen (1816, 1898 erweitert; Volksschule, 1921), Elektrifizierung 1928, Raiffeisenkasse (1876), Milchgenossenschaft mit Proßmeritz (Prosiměřice) (1926).

Kulturerbe:

Glockenturm („Glöckelhäusel“), erneuert 1925.

Dreifaltigkeitssäule (1731).

Sandsteinkreuz mit Korpus.

Johannes-von-Nepomuk-Statue.

zwei Pestsäulen.

heimatkundliche Literatur:

Hönlinger Gottfried: Erinnerungen an unseren Heimatort Teßwitz an der Wiese, 1982.

Weblinks:

Genealogie:

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