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Thomas Zach

Thomas Zach wurde am 4. Dezember 1922 in Muttischen (Mutišov) bei Zlabings (Slavonice) geboren.

Schon früh zeigte Zach eine große künstlerische Begabung. Sein Vater jedoch wollte, dass sein Sohn Bauer werde und einmal den elterlichen Hof übernehmen konnte. Zach besuchte die Volksschule in Sitzgras (Cizkrajov) und danach die Bürgerschule in Zlabings (Slavonice). Dort erkannte man sein zeichnerisches Talent. So übte er seine Talente beim Abzeichnen von Postkarten, welche kaum mehr vom Original zu unterscheiden waren. Zach schuf auch Porträts seiner Familie doch seine Eltern förderten ihren Sohn nicht. Der künstlerische Beruf galt als brotloses Gewerbe.

Nach dem „Anschluss“ der deutsch-südmährischen Gebiete an das nationalsozialistische Deutschland im Oktober 1938 und dem Tod des Vaters im Jahr 1941 wurde Zach zur Wehrmacht einberufen und kam in Belgien, Polen und Rußland, wo er verwundet wurde, zum Einsatz. Nach der „Ardennenoffensive“ im Dezember 1944 geriet er in britische Kriegsgefangenschaft, wurde bereits Ende 1945 aus dieser entlassen und landete in Driedorf in Hessen. Durch die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei, zu welcher nun wieder Südmähren gehörte, stand er nun mittel- und heimatlos da.

In dieser Zeit versuchte Zach sich durch landwirtschaftliche Hilfstätigkeiten über Wasser zu halten und begann daneben mit seinem künstlerischen Schaffen. Seine Werke erregten Aufmerksamkeit und einige Zeit später wurde er in die Frankfurter Städelschule aufgenommen. Dort entwickelte sich Zach zum Meisterschüler bei Professor Delavilla. Dieser zog seinen Schüler auch zur Mitarbeit bei eigenen Aufträgen heran. Als er von der Schule abging hatte er sich bereits einen Namen gemacht und den internationalen Akademiepreis in Mailand gewonnen.

Ein berühmtes Werk aus der Schaffensperiode um 1950 war das Bild „Schuhe mit Laterne“. Das 16 m lange Fries am Dorfgemeinschaftshaus in Driedorf stammt ebenfalls von Zach und trägt den Namen „Westerwald“.

Als Grafiker mit Bildeinbänden und Illustrationen beschäftigt, wurde Zach im Rahmen der regen Bautätigkeit der 1950er und 1960er Jahre auch als Bildhauer bzw. für Mosaik- und Reliefarbeiten besonders bei „Kunst am Bau“ tätig. Dabei achtete er nie so sehr auf finanzielle oder materielle Sicherheit sondern nur auf die Kunst. So schuf Zach in den Jahren viele meisterhafte Bilder, Graphiken und sogar Vollplastiken aus Beton, welche meist seine geliebten Rosen darstellten.

Seine schönste Plastik stellt wohl die Gedenkstätte für Klemens Maria Hofbauer in der Kirche St.Maria in Geislingen dar. Diese zeigt die wichtigsten Lebensstationen des Heiligen und wurde am 25.Juni 1977 vom Wiener Erzbischof Kardinal König eingeweiht.

Nicht unerwähnt bleiben sollten auch die von Zach geschaffenen Büsten bedeutender Persönlichkeiten und von Kinderköpfen. Darunter auch eine nach Vorbild seines Enkels Johannes.

Nach weiteren Ausstellungen begann Zach auch als Kunstlehrer tätig zu werden, denn er besaß das Talent, seine Schüler zu begeistern, das kreative „Schauen“ zu fördern und Mut zu machen die Dinge so darzustellen wie sie von seinen Schülern gesehen wurden. Von 1964 bis 1985 unterrichtete Zach an der Ernst-Reuter-Schule in Frankfurt.

Zach schuf viele, auch heute noch bekannte Werke.

Als dank für seine Verdienste und Werke erhielt Zach 1983 den Südmährischen Kulturpreis.

Literatur:

Herbert Wessely: Thomas Zach zum Fünfundsiebzigsten, in: Südmährisches Jahrbuch, Jg. 1998, S. 41-46.

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