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Zulb

Wappen

Mühlzipfl

Volksschule und Kirchturm

Ortsmitte

Ansicht von Zulb

Mühle

Seitenansicht der Mühle

Die vier Mühlräder

Ansichten von Zulb

Ansicht von Zulb

Tschechischer Name: Slup, Čule (bis 1949)

Fläche: 1.886 ha

Einwohner 1910 : 1.382 in 292 Häusern (1.379 dt. Ew.), 1930: 1.367 Ew. in 335 Häusern (1.277 dt. Ew.), 2010: 452.

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1650.

Lage:

Zulb liegt auf … Meereshöhe. Nachbarorte sind Mitzmanns (Micmanice) und Rausenbruck (Strachotice) im Nordwesten, Klein Olkowitz (Oleksovičky) im Osten und Joslowitz (Jaroslavice) im Südosten. Nur wenige Kilometer südlich verläuft die Grenze zwischen der Tschechischen Republik und Österreich. Östlich liegt der Fischteich Zámecký rybník (Schlossteich). Im Norden fließt die Thaya (Dyje) und trennt Zulb von Waltrowitz (Valtrovice) und Klein Grillowitz (Křídlůvky).

Geschichte:

Die für 1052 datierte Erwähnung eines „Surgustum, quod dictur Zlub“ hat sich später als Fälschung des 12. Jahrhunderts erwiesen.

Die älteste bekannte echte Urkunde mit der Erwähnung von „Zelub“ stammt von 1228, ausgestellt von Ottokar I. Přemysl. Weiters wurde der Ort 1392 als „Czulba“ und 1509 als „Czulb“ mit einem Maierhof genannt.

Im 14. Jh. gehörte Zulb zum Nonnenstift Oslawan. Die Nennung von 1509 geschah anlässlich der Verpfändung der Herrschaft an Wilhelm von Pernstein durch König Vladislav.

1526 kam die Gutsherrschaft durch Heirat – wie ab 1548 der ganze Ort – zur Herrschaft von Joslowitz (Jaroslavice).

Zwischen 1560 und 1609 galt die Bevölkerung als evangelisch. Unter Kardinal Franz von Dietrichstein wurde die Gegenreformation durchgeführt.

1845 bekam Zulb eine eigene Pfarre. 1860 wurde der Ort zum Markt erhoben.

Von 1939 bis 1945, während der Einbindung in das Deutsche Reich und den NS-Reichsgau „Niederdonau“, war die Nachbargemeinde Klein Olkowitz (Oleksovičky) eingemeindet.

Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung 1945/46:
Durch die nach Kriegsende einsetzenden Schikanen militanter Tschechen und des „narodni vybor“ sollten die deutschen Einwohner dazu genötigt werden, nach Österreich zu fliehen, was auch viele taten. Am 8. August mussten viele Einwohner ihre Habseligkeiten zusammenpacken und das Dorf verlassen. Die letzten 52 Deutschen verließen Zulb am 19. März 1946 und wurden über Znaim (Znojmo) mit Viehwaggons nach Deutschland verfrachtet. Von den nach Österreich Geflüchteten wurde ebenso der Großteil nach Westdeutschland abgeschoben. 190 Personen konnten in Österreich bleiben.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Acker- und Weinbau (1.602 ha bzw. 152 ha um 1900).

Gewerbe: Wassermühle, (15. Jh.), Gutshof, Kleingewerbe.

Einrichtungen: sechsklassige Volksschule (1889, Lehrer seit 1735 bezeugt, erster Schulbau von 1784), Postamt (erst ab 1944), Freiw. Feuerwehr, Spar- und Darlehenskasse.

Siegel:

1649 entstand ein mit 28 mm Durchmesser großes Siegel mit der innerhalb eines Blattkranzes stehenden schwer deutbaren Umschrift „+ SIGILLVM + DES + AII + TARF + ZDL. 1649“. Es enthält ein Schildchen, das einen Hügel mit drei herauswachsenden Lilien zeigt.

Kulturerbe:

Pfarrkirche Maria Namen (Maria unter der Weiden): ursprüngliche Pfarre 1228. Gotische, ursprünglich dreischiffige Kirche mit dreiachtelgeschlossenem Chor. Spätgotisches Westtor unter mit Kreuzrippen zwischen Pfeilern gespanntem Gewölbe aus dem 15. Jh., darüber spätgotische Fenster und barocker Volutengiebel 17. Jh. Damals wurde das Langhaus einschiffig gestaltet und erhielt ebenso wie der Chor ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Südturm mit spätgotischem Tor und barockem Helm; an der Nordseite des Langhauses spätgotische netzrippengewölbte Kapelle angebaut. Neugotischer Hochaltar 1867 mit sieben Statuen um 1700. Kanzel Anfang 19. Jh. An der Orgelbrüstung Ölbilder, Szenen aus dem Leben Marias aus der ersten Hälfte des 19. Jh. Taufstein erste Hälfte 16. Jh.
Vier auf Kupfer gemalte Bilder: hl. Katharina, hl. Barbara, hl. Margarete und hl. Dorothea. In der Kapelle Altar aus der Mitte des 18. Jh.

Bildstöcke: Gegenüber dem Chor Sebastianskapelle 17. Jh.; Sebastian-Saule Ende 17. Jh.; Joh.-v.-Nepomuk-Saule erste Hälfte 18. Jh.

Mühle: ein Vorgängerbau besteht seit dem 15. Jh., über 400 Jahre altes Bauwerk im Stil der Renaissance (frühes 17. Jh.), in beiden Geschossen einst offene Lauben. In der Mitte dreiseitige Treppe mit Turmüberbau. Im hohen Giebelwalmdach von Voluten und Giebeln gerahmte Fenster. Mit vier Wasserrädern größte Mühle Mährens. In der Mühle ist heute das südmährische Mühlenmuseum untergebracht (Außenstelle des Technischen Museums Brünn/Brno).

heimatkundliche Literatur:

Bauer, Karl: Pfarrgemeinde Zulb, o.J.

Weblinks:

Genealogie:

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