Bezirk Nikolsburg - Mikulov

heute Lundenburg - Breclav

Von der Südmährergedenkstätte am Kreuzberg bei Kleinschweinbarth schaut man direkt in die historische Stadt Nikolsburg (2 km Luftlinie), die vom Schloß der Fürsten Dietrichstein und dem Heiligen Berg mit der Sebastiankirche und den Kreuzwegstationen überragt wird.

Blick vom Kreuzberg auf Nikolsburg

Dahinter erkennt man die Pollauer Berge mit den Ruinen Rosenburg und Maidenburg, heute als Naturschutzgebiet "Greenways Palava" deklariert.


Rosenburg bei Nikolsburg

Ebenfalls im Bezirk liegen die Liechtensteinschlösser Eisgrub - Lednice und die alte Stadt Feldsberg - Valtice (bis 1920 niederösterreichischer Gerichtsbezirk), seit 1993 UNESCO-WELTKULTURERBE.


Eisgrub

Feldsberg
Dort beginnt auch das Naturschutzgebiet Thaya-Auen, das sich über die March- bis zu den Donau- Auen fortsetzt.

Im Bezirksgebiet mit 760 km
2 liegen 52 Orte (davon 5 Städte und 12 Märkte) in denen intensiver Ackerbau, besonders Wein-, Obst- und Gemüsebau mit eigener Konservenindustrie betrieben wurde. In den Städten Pohrlitz und Lundenburg gab es Zuckerfabriken, während sich um die Stadt Auspitz und im Land um die Pollauer weite Weinbaugebiete erstrecken. Das fruchtbare Land ist uraltes Siedlungsgebiet, wie u.a. prähistorische Funde -Venus von Unterwisternitz - beweisen. Die Teiche zwischen Voitelsbrunn und Eisgrub (alte mährische Landesgrenze) in denen Fischzucht betrieben wird, sind ein Vogelparadies. Viele seltene Pflanzen und Tiere kann man in den Naturschutzgebieten bewundern.

Wichtig waren auch die Judengemeinden, so war Nikolsburg seit 1653 der Sitz des Landesrabbiners von Mähren und auch der berühmte Rechtsreformer Josef von Sonnenfels stammt von hier. Ebenso wie zwei Bundespräsidenten des heutigen Österreich: Dr. Karl Renner, geboren 1870 in Untertannowitz und Dr. Adolf Schärf, geboren 1890 in Nikolsburg. In der Weltgeschichte bekannt wurde Nikolsburg durch den Frieden am 31.12.1621 mit Ungarn und am 26.07.1866 mit Preußen. Einen einzigartigen Ruf hatte das 1631 gegründete Piaristengymnasium in Nikolsburg, aber auch die 1895 von der Wiener Gartenbaugesellschaft in Eisgrub gegründete Höhere Gartenbaulehranstalt mit "Mendeleum", sowie die Obst- und Weinbaulehranstalten in Nikolsburg und Feldsberg, die Ingenieurschule in Lundenburg.

Der Bezirk hatte 1930 insgesamt 86.198 Einwohner, davon 51.295 Deutsche (um 23% weniger als 1910), 30.047 Tschechen (um 131 % mehr als 1910) , 1.850 Kroaten, 1.533 Juden und 3.000 andere Nationalitäten. Die Juden flüchteten 1938 vor dem Anschluß des Gebietes an den Reichsgau Niederdonau, die Deutschen und Kroaten wurden 1945/1946 vollständig vertrieben. Heute leben 66.129 größtenteils tschechische und slowakische Neusiedler, in Wirklichkeit mindestens ein Dutzend ethnische Gruppen hier.

Neben Wanderungen in die Naturschutzgebiete finden sich als besondere Sehenswürdigkeiten die Liechtensteinschlösser in Feldsberg und Eisgrub, das Regionalmuseum im Schloß Nikolsburg mit einem Riesenfaß, die Nikolsburger Piaristenkirche mit Fresken von F.A. Maulpertsch, die Propsteikirche, die Gruftkirche der Dietrichstein, aber auch noch viele alte Kirchen und Denkmäler (besonders im Landschaftspark Eisgrub-Feldsberg) im Bezirk.


Feldsberg, Raistenkolonnade
Landkarte Südmähren (zweisprachig) und Reiseführer Südmähren s.a.Buchbestellung oder bei Kulturverein Südmährerhof

Karte im Aufbau
 
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