Südmähren in der Geschichte
Die Bronze-
und die frühe Eisenzeit sind ebenso mit Funden belegt, wie die
keltische und die germanische Besiedlung vom 1. bis zum
6. Jhdt. (Markomannen, Quaden, Heruler und Langobarden).
Erst im 6. Jhdt. dringen die Slawen im Gefolge der Awaren
vor, wie einige Funde im Thaya-March-Gebiet und entlang der Thaya
bis zum Kamp beweisen.
Aber erst als die Magyaren im 11. Jhdt. hinter die March
zurückgedrängt werden, erfolgt die bleibende Besiedlung
des nördlichen und östlichen Niederösterreichs durch
die Baiern.
Zwischen 1039 und 1060 entstehen die böhmische
und die ungarische Mark mit der über die Thaya hinausgehenden
bairischen Besiedlung.
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Bild: Ausschnitt alte Landkarte
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Im 12. Jhdt.
wird auch der "Nordwald" über Neubistritz (Nova Bystrice)
und Neuhaus (Jindrichu Hradec) hinaus kolonisiert. Christianisierung, Dreifelderwirtschaft
und deutsches Stadtrecht waren wichtige Gründe der deutschen Ostkolonisation.
Alle Gebiete bleiben bis ins 13. Jhdt. bei der babenbergischen
Mark. Erst nach dem Aussterben der Babenberger kommen die bairisch besiedelten
Gebiete zu Böhmen und Mähren. Die Lage der südmährischen
Städte an den wichtigen Nord- Süd- straßen , wie z.B. der
Bernsteinstraße von Carnuntum über Mähren bis ins Samland
oder der Verbindung Wien-Prag, verhalfen ihnen im Zusammenhang mit ihrer
Landwirtschaft und ihrem Gewerbefleiß zu großer Bedeutung in
der Geschichte.
Einige Geschichtsdaten
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| Erste
urkundliche Erwähnung: |
1054
Znaim,
1052 Tracht,
1056 Lundenburg ("Lauentenburch"),
1249 "Nikulsburch". |
| Stadtrechte: |
1226
Znaim,
1283 Feldsberg,
1330 Nikolsburg,
1354 Zlabings. |
| Häufige
Kriege: |
Grenzkriege
1185, 1246 und 1279, 1340,
vier Hussiteneinfälle 1419 - 1432,
1443, 1458, 1468, 1576 und 1605 Türken,
1619 Beginn des 30järigen Krieges,
1621 Frieden von Nikolsburg mit Ungarn, 1645 Schweden, 1663 Türken,
1683 Polen,
1705 Kuruzzen, 1742 Preußen, 1805 und 1809 Franzosen, 1866 Vorfrieden
mit Preußen in Nikolsburg, 1945 Sowjetische Armee,
1945/ 1946 Vertreibung der Deutschen durch den tschechischen Staat. |
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Persönlichkeiten aus Südmähren
Bedeutsame Geschlechter
hatten hier ihre Stammsitze: Liechtenstein, Dietrichstein, Kaunitz, Kinsky.
Der Heilige Klemens Maria Hofbauer ist 1751 in Tasswitz, der Staatsmann
der Aufklärung Josef von Sonnefels ist 1733 in Nikolsburg geboren.
Zwei Bundespräsidenten: Dr. Karl Renner, geboren 1870 in Unter Tannowitz
und Dr. Adolf Schärf, geboren 1890 in Nikolsburg, stammen ebenso
aus Südmähren wie Alt Landeshauptmann Siegfried Ludwig, geboren
1926 in Wostitz.
Die Dichter Charles Sealsfield = Karl Postl, geboren 1793 in Poppitz bei
Znaim, Karl Bacher, geboren 1884 in Waltrowitz und die Schriftstellerin
Ilse Tielsch, geboren 1929 in Auspitz, waren in Südmähren zu
Hause; auch der Bildhauer Hugo Lederer und der Maler Alexander Pock sind
beide 1871 in Znaim geboren.
Das Schicksal der deutschen Südmährer
Obwohl unter dem Einfluß
der Romantik die "Wiedererweckung der tschechischen Nation"
schon seit dem ersten Slawenkongreß 1849 in Prag eine deutliche
antideutsche Charakteristik hatte, blieb durch das Nationalitätenrecht
der Monarchie und den "Mährischen Ausgleich von 1905" die
Sprachgrenze bis zum Ende des ersten Weltkrieges in Südmähren
nahezu stabil.
1918 hatten die südmährischen Kreise ihren Anschluß an
Niederösterreich erklärt . Annahme im NÖ-Landtag am 5.11.1918.
Sie wurden aber trotzdem bereits im Dezember 1918 von tschechischem Militär
okkupiert und unter Mißachtung des Selbstbestimmungsrechtes im Vertrag
von St. Germain am 10.09.1919 dem neuen Nationalitätenstaat CSR ,
welcher 42% Tschechen, 23% Deutsche, 15% Slowaken, 5% Ungarn und 2% Polen
umfaßte, einverleibt.
Zwischen 1919 und 1938 verfolgte die CSR eine harte "Entgermanisierungs"
(Tschechisierungs) Politik im deutschen Gebiet. Die politischen Mittel
waren: Eine Vermögensabgabe für Haus- und Grundbesitzer, eine
Bodenreform zur Ansiedlung von Tschechen im deutschen Gebiet, die Entlassung
deutscher Staatsangestellter auf Grund eines rigerosen Sprachengesetzes
und einer Verwaltungsreform mit Schaffung tschechischer Mehrheiten in
Städten und Gemeinden, Schließung deutscher und Gründung
tschechischer Schulen, restriktive Geld- und Devisenpolitik zur Auszehrung
der deutschen Industrie.
39.000 Südmährer mußten ihre Heimat verlassen, während
der Anteil der tschechischen Bevölkerung von 7% oder 20.000 im Jahre
1910 auf 68.000 oder 25% im Jahre 1930 in Südmähren anstieg.
Trotz Mitarbeit der deutschen Parteien der Sozialdemokraten, der Christlich-
Sozialen und des Bundes der Landwirte, wurde eine Gleichberechtigung der
Deutschen im Staat nicht erreicht.
1938 kam es zur " Sudetenkrise", zur deren Lösung die CSR-Regierung
schließlich auf britisch - französisches Drängen einer
Abtretung der deutschen Gebiete am 21.09.1938 zustimmte.
Im internationalen "Münchner Abkommen" vom 28.09.1938 wurde
die neue Grenzziehung durch eine internationale Kommission in genauer
Entsprechung der Sprachgrenze geregelt.
Die deutschen Südmährer begrüßten den Anschluß
an "Niederdonau" als späte Erfüllung des Selbstbestimmungsrechtes.
In den letzten 3 Wochen des zweiten Weltkrieges wurde der Bezirk Nikolsburg
zum Kampfgebiet. Die eigentliche Drangsalierung der deutschen Bevölkerung
Südmährens begann jedoch erst Mitte Mai, nach Beendigung der
Kampfhandlungen, mit der Herrschaft der tschechischen "Nationalausschüsse".
Die Vertreibung der Deutschen 1945/1946 - ein Jahrhundertverbrechen!
Die tschechische Exilregierung
befaßte sich seit 1939 intensiv mit Plänen für einen "Bevölkerungstransfer"
der Deutschen und seine internationale Zustimmung. Im tschechisch- sowjetischen
Freundschafts- und Beistandspakt vom Dezember 1943 war die Vertreibung
der Deutschen bereits feststehende Tatsache. Die Exilregierung bemühte
sich daraufhin in Radio-Aufrufen die tschechische Bevölkerung vorzubereiten
und ihr eine blutige Lösung der Nationalitätenfrage zu suggerieren.
Benesch am 27.10.1943: " In unserem Land wird das Kriegsende mit
Blut geschrieben werden. Den Deutschen wird mitleidlos und vervielfacht
alles heimgezahlt werden ...."
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