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Volkskkunde

Die südmährische Volkskunde

Bäuerliche Bau- und SachkulturDurch den Einfluß der soziologischen Richtung ist die Sachforschung innerhalb der Volkskunde nach 1945 zurückgedrängt worden.

Im Zeitalter fortschreiten der Automatisierung, vor allem in den letzten fünfzig Jahren, wird es für die jüngeren Menschen zudem immer schwieriger, sich von der Arbeit ihrer Vorfahren eine Vorstellung zu machen. Durch die radikalen Veränderungen, ganz besonders durch die Kollektivisierung der Landwirtschaft in unserer südmährischen Heimat, wo alles beseitigt wurde, was an die angestammte Bevölkerung erinnerte, war und ist es nicht möglich an Ort und Stelle Aufnahmen zu machen. Inzwischen sind auch die meisten Auskunftspersonen verstorben. Zusammenfassende Volkskundliche Werke wurden in allen Ländern erst in der 2. Hälfte des 20. Jhdts. veröffentlicht, weshalb auch keine entsprechenden Unterlagen aus früherer Zeit über Südmähren bestehen. Daher war es sehr schwierig, Jahrzehnte nach der Vertreibung, eine Volkskunde für Südmähren zu erstellen.

Wahrheitsgemäße Überlieferungen konnten jedoch der seit 1950 in Geislingen / Deutschland erscheinenden Monatsschrift „Der Südmährer“ und dem „Südmährischen Jahrbuch“ entnommen werden. Vieles wurde gleich nach 1945 von Bauern, Lehrern und Akademikern bäuerlicher Abkunft aufgeschrieben, was eine absolut glaubhafte Quellenlage ergab.


Bild: typische Küche


Bild: altes Schlafzimmer mit Stubenwagen

Unser Landsmann Leopold Kleindienst, aus Guldenfurt im Bezirk Nikolsburg, hat in mühevoller Kleinarbeit diese Berichte zusammengefaßt, durch Befragung von Wissensträgern und durch fotografisch genaue Zeichnungen ergänzt, um daraus eine Volkskunde Südmährens zu formen. Der Südmährische Landschaftsrat in Geislingen hat diese unter dem Titel: „Die Siedlungsformen, bäuerliche Bau- und Sachkultur Südmährens“1989 herausgebracht. Dieses einmalige Buch ist hier zu kaufen und bildet neben Ortskunde und Geschichte den roten Faden unserer Landschaftsdokumentation, die infolge vieler Gleichartigkeiten eine wertvolle Ergänzung des Weinviertler Museumsdorfes darstellt.Da unsere Landsleute bei der Vertreibung mit 30 kg Handgepäck so gut wie nichts mitnehmen konnten, mangelt es uns leider an Exponaten. Diese konnten nur von früher nach Österreich übersiedelten Landsleuten beigestellt werden. Durch die, seit der Besiedlung im 11. Jhdt., mit dem Weinviertel weitgehend übereinstimmende bäuerliche Bau- und Sachkultur, konnte aber manches ergänzt werden und hier ausgestellt werden.

So finden Sie in den Ausstellungsräumen Stuben- und Kücheneinrichtungen, so wie verschiedene Arbeitsgeräte, die dann hauptsächlich im Wagenschuppen, im Preßhaus und im Längsstadel durch alte landwirtschaftliche Geräte und Maschine ergänzt sind.

Damit bietet der Südmährerhof von den Siedlungs-, Orts- und Hausformen angefangen, eine vollständige Übersicht über Wohnung, Kleidung (Tracht)MundartBrauchtum und Arbeitswelt der „südmährischen Niederösterreicher“, ihre Heimatorte und ihre Geschichte.

Die alten Geschichten werden dabei nicht aus revanchistischen Gründen erzählt, sondern um mit diesen identitätsstiftenden Kulturwerten einen Dialog mit der Gegenwart zu ermöglichen. Die Lehren der Vergangenheit sind ein Garant für eine friedliche Zukunft!