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Nispitz

Marterl in Nispitz

Tschechischer Name: Míšovice

Fläche: 915 ha

Einwohner 1910: 526 in 118 Häusern (525 dt. Ew.), 1930: 487 in 126 Häusern (462 dt. Ew.), 1961: 335.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Hostěradice (Hosterlitz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1653 bei Hosterlitz (Hostěradice).

Lage:

Nispitz liegt auf 219 m Meereshöhe und ist als Linsenangerdorf angelegt. Nachbarorte sind Hosterlitz (Hostěradice) im Süden, Chlupitz (Chlupice) im Südwesten und Kodau (Kadov) im Norden. Im Westen liegt außerdem Skalice u Znojma (Golitz) und im Osten die Stadt Mißlitz (Miroslav).

Geschichte:

Nispitz wurde 1308 erstmals urkundlich erwähnt, wurde aber im Dreißigjährigen Krieg zerstört. 1672 erfolgt eine Neubesiedlung (etwa 20 Bauern).

Nach Schaffung von Verwaltungsbezirken anstelle der Grundherrschaften in der zweiten Hälfte des 19. Jh. gehörte Nispitz zum Bezirk Mährisch Kromau (Moravský Krumlov).

Nispitz wurde später als Ortsteil in den Markt Hosterlitz (Hostěradice) eingemeindet.

Zwischen 1939 und 1945 war Nispitz während der Zeit der Zugehörigkeit zum nationalsozialistischen Deutschen Reich dem Kreis Znaim (Znojmo) zugeordnet.
Der Zweite Weltkrieg forderte 38 Gefallene aus Nispitz.

Einige Männer (Orts- und ehem. NS-Repräsentanten) wurden nach Ende des Krieges festgenommen und im Rathauskeller interniert. Ein Mann starb im Krankenhaus von Eibenschitz an den Folgen eines Unfalls während Zwangsarbeiten, da ihm zunächst ärztliche Hilfe verweigert worden war. Eine Frau starb an den Verletzungen, die ihr bei einem Raubüberfall in ihrem Haus zugefügt worden waren.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46:
Im Juni kamen Hausbesetzer. Als neue Ortsbewohner holte man Nachkommen von zuvor nach Jugoslawien ausgewanderter Tschechen. 25 Einwohner flohen nach Österreich und blieben dort. Die restlichen Nispitzer wurden in vier Transporten zwischen Jänner und Mai 1946 nach Westdeutschland zwangsausgesiedelt.

Siegel:

Siegel ist um 1850 entstanden. Es bestand aus einem Barockschild mit Sichel und Rebmesser.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Die ca. 710 Hektar Ackerfläche wurden meist mit Getreidebau wie Weizen und Gerste für den Verkauf und Hafer und Korn für den eigenen Bedarf bewirtschaftet. Es wurden auch Hülsenfrüchte, Speise- und Futterkartoffel, Zucker- und Futterrüben, Körnermais sowie Gemüse wie Gurken, Tomaten, Kürbis und Melonen angebaut. Milchwirtschaft und Schweinemast spielten ebenfalls eine Rolle. Der Weinbau wurde um 1900 immerhin mit 46 Hektar Weingärten betrieben.

Gewerbe: Gasthaus (ursprünglich Sammelstelle für Zuckerrüben), Kleingewerbe.

Einrichtungen: Gemeindehaus, Milchsammelstelle, Elektrifizierung 1929, Freiwillige Feuerwehr (1896), Raiffeisenkasse (im Gemeindehaus), Schule in Hosterlitz (Hostěradice), Bürgerschule in Mißlitz (Miroslav).

Kulturerbe:

Kapelle Mariae Himmelfahrt 1781 von der Gemeinde erbaut und 1840 erweitert.

Neben Feldkreuzen, Marterln und Kapellen in der Gemarkung ein altes Steinkreuz in der Mitte des Dorfes, 1717 errichtet.

Weblinks:

www.europas-mitte.de Ortsbeschreibung zusammengestellt von Gerhard Hanak.

Genealogie:

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