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Franz Kanik

Franz Kanik wurde am 30. Juni 1863 als Sohn eines armen Schusters in dem kleinen Städtchen Wolin in Böhmen geboren.

Er besuchte die Kadettenschule in Prag und fand später, nach Absolvierung der Kriegsschule, an der er dann selbst lehrte, in verschiedenen Dienststellen Verwendung.

1907 wurde er Kommandant des Landwehr-Stabsoffizierskurses in Wien und 1913 als Generalmajor, Chef des gesamten Etappenwesens der k.u.k. Armee. 1917 berief ihn Kaiser Karl auf den höchst verantwortungsvollen Posten eines Oberkommandierenden der österreichischen Gendarmerie. Als er am 29.Oktober 1918 von einer Wiener Kommandostelle aus die Militärkommandantur in Prag anrief, um Befehle zur Unterdrückung der Aufstandsbewegung zu geben, erhielt er von Prag die Erklärung: „Exzellenz, wir befolgen keine Befehle mehr von Wien.“ Mit diesem historischen Gespräch war die Funktion des Oberkommandierenden der österreichischen Gendarmerie praktisch zu Ende.

Für Kanik folgten Tage der bitteren Not, denn Österreich konnte dem „Tschechoslowaken“ keine Pension gewähren und die Tschechen sahen in ihm den k.u.k. General, der kompromisslos für den Weiterbestand der Monarchie eingetreten war.
Er erlitt das Schicksal so vieler braver deutscher altösterreichischer Soldaten. Schließlich fand Kanik bei seinem Freund Steinbrenner, den Inhaber einer bekannten Verlagsfirma, in Winterberg als Buchhalter sein Brot.

Franz Kanik starb am 18. März 1931 in Marienbad.

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