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Hugo Leischner

Dr. Med. Hugo Leischner wurde am 1.Februar 1877 in Mährisch Schönberg als Sohn eines Leinenwarenfabrikanten geboren.

Er besuchte die Volksschule und das Untergymnasium in Mährisch Schönberg und absolvierte das Obergymnasium in Brünn. Danach studierte er in Innsbruck Medizin. Schon 1902 promovierte er zum Dr. med.

Im Januar 1897 war er als einjährig-freiwilliger Mediziner beim 8.Infanterieregiment „Erzherzog Stephan“ in Brünn eingerückt. Er praktizierte zuerst im Krankenhaus in Mährisch Schönberg bei Primarius Dr. August Hager. Dann ging er nach Wien. Nach vielen Bemühungen wurde er schließlich unbezahlter Aspirant am Maria-Theresia-Frauenhospital in Wien. Er bestand die Prüfung für Operationszöglinge an der Klinik von Dr. von Eiselsberg mit „gut“. Im 2.Semester hatte Dr. Leischner bereits als Instrumentarius den Operationssaal unter sich. Als an der Wiener Klinik eine 5.Assistentenstelle geschaffen wurde, wurde sie mit ihm besetzt und ab jetzt durfte er selbständig operieren.

Als Mitglied der Gesellschaft der Ärzte gab er viele wissenschaftliche Arbeiten heraus. Sein Hauptgebiet war damals die Hirnchirurgie und Operationen an der Schilddrüse. Als Vertreter der Klinik musste Dr. Leischner an Chirurgenkongressen teilnehmen und Vorträge halten. So kam er in Kontakt mit allen namhaften Chirurgen. 1911 erhielt er eine Dozentur an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. 1912 wurde er Primarius an der Landeskrankenanstalt in Brünn. Mit Kriegsausbruch 1914 wurde er zum Malteserorden berufen und kam später als Regimentsarzt und Chef zum Roten Kreuz in Brünn. Nach Kriegsende blieb er weiter Primarius an der Landeskrankenanstalt Brünn, 1938 wurde er wegen der politischen Lage wie viele deutsche Ärzte pensioniert. Nach dem Anschluss des Protektorates an das Deutsche Reich wurde ihm die kommissarische Leitung aller Spitäler in Brünn übertragen. 1941 war er als Oberarzt und beratender Chirurg von Mähren tätig. 1945 übersiedelte er zu seiner Tochter nach Mährisch Schönberg.

1946 kam er nach Hessen und starb am 7.November 1957 in Friedberg.

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