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Qualitzen

Platz von Qualitzen

Ortsansicht von Qualitzen

Tschechischer Name: Chvaletín

Fläche: 616 ha

Einwohner 1910: 202 in 43 Häusern (196 dt. Ew.), 1930: 207 in 43 Häusern (175 dt. Ew.), 2001: 50.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Písečné (Piesling)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1647 bei Zlabings (Slavonice)

Lage:

Das Dorf liegt 4 km östlich von Zlabings (Slavonice) am südwestlichen Ausläufer des 597 m hohen Grubberges in 460 m Seehöhe. Der ganze Dorfanger wird oben und unten von Häusern begrenzt. Fast alle Häuser sind mit der Giebelseite dem Dorfplatz (Anger) zugekehrt.

Geschichte:

Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1351. Im 16. Jh. siedelten sich Täufer an. Seit 1602 war Qualitzen im Besitz der Slavata. Bei Plünderungen während des Dreißigjährigen Krieges wurde ein Großteil des Dorfes zerstört. Das Großfeuer am 18. September 1790 legte sämtliche Häuser der Sommerzeile in Schutt und Asche.

Nachdem Mitte des 19. Jh. politische Bezirke gebildet worden waren war Qualitzen bis 1938 Bestandteil des politischen Bezirkes Datschitz (Dačice) und des Gerichtsbezirks Zlabings (Slavonice).

Nach Angliederung an das Deutsche Reich unter NS-Herrschaft war Qualitzen bis 1945 dem Landkreis Waidhofen a.d. Thaya eingegliedert.
11 Ortseinwohner wurden Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Vertreibung 1945/46:
Bei den Nachkriegsexezssen im Ort wurde ein Mann so schwer misshandelt, dass er seinen Verletzungen erlag. Bis zum 6. Juni 1946 wurden alle noch nicht vertriebenen oder geflohenen deutschen Einwohner zwangsausgesiedelt. Nach der Vertreibung blieben vier Familien in Österreich, 32 in Deutschland und eine Person wanderte in die USA aus.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Anbau von Getreide, Kartoffeln, Futterrüben, Klee und später Raps.

Gewerbe: zwei Ziegeleien, Gasthaus, zwei Greißlereien, Schmied und Schuhmacher.

Einrichtungen: Volksschule (1816-1818, davor Bau von 1784), zuständiges Postamt in Zlabings (Slavonice), Elektrifizierung 1932, Freiwillige Feuerwehr (1929).

Kulturerbe:

Kapelle zur unbefleckten Empfängnis Mariae: von 1869. Der Bau ist von Maurermeister Johann Stromer aus Alt Hart (Staré Hobzí) ausgeführt worden. Inneneinrichtung von Matthias und Andreas Rupp aus Qualitzen. Im Turm befinden sich zwei Glocken.

Verschiedene Steinkreuze, Kreuze und Marterl (vor der Kapelle, Straße nach Zlabings (Slavonice), „Sprinzlkreuz“, hl. Florian, „Höllmarterl“).

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