Menü

Klein-Seelowitz

Ansichten von Klein-Seelowitz

Bildsäule von Klein-Seelowitz

Bild der Brüdermühle

Tschechischer Name: Želovice

Fläche: 349 ha

Einwohner 1910: 222 in 47 Häusern (215 dt. Ew.), 1930: 222 in 55 Häusern (192 dt. Ew.).

heutige Gemeindezugehörigkeit: Olbramovice (Wolframitz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1680 bei Wolframitz (Olbramovice).

Lage:

Klein Seelowitz liegt in 210 m Höhe und in direkter Nachbarschaft zu Wolframitz (Olbramovice) im Nordwesten. Die beiden Orte sind heute baulich zusammengewachsen. Weitere Nachbarorte sind Gubschitz (Kubšice) im Norden, Schömitz (Šumice) im Nordosten, Frainspitz (Branišovice) im Südosten, Aschmeritz (Našiměřice) im Süden und Bohutice (Bochtitz) im Westen.

Geschichte:

1321 als „Selchocz“ erstmals beurkundet (damals Besitzerwechsel zu Heinrich von Leipa/Lipa), erscheint das Dorf 1517 als „Zelowicz“, 1671 als „Selowitz“, bis seit 1718 die Schreibweise „Seelowitz“ gebräuchlich wurde. Der unterscheidende Zusatz „Klein“ wurde 1846 eingeführt.

1349 wurde eine Hofanlage erwähnt, die Bestandteil des Gutes Wolframitz (Olbramovice) war und später zum Besitz des Vyschehrader Kapitel kommt. Mehrmals weiterverkauft, schenkt schließlich Kaiser Ferdinand 1627 das durch Kriegshandlungen verwüstete Dorf dem Znaimer Jesuitenkolleg. 1674 wurden nur fünf von 30 Höfen als bewirtschaftet bezeichnet. Die Täufergemeinde betrieb 1597 die „Brudermühle“, die noch bis 1945 benützt wurde.

Bis 1848 war der Ort mit Babitz (Babice), Lidmeritz (Lidměřice) und Wolframitz (Olbramovice) zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Nach Aufhebung der Patrimonialherrschaft kam es zu einer Neustrukturierung. Klein Seelowitz wurde Bestandteil des Bezirkes Mährisch-Kromau (Moravský Krumlov).

Im Ersten Weltkrieg fielen acht im Zweiten 18 Klein Seelowitzer.

Nach Angliederung an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurde Klein Seelowitz Bestandteil des Kreises Znaim (Znojmo). Der Zweite Weltkrieg forderte 18 Gefallene aus dem Ort.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46:
Die deutschen Bewohner wurden in drei Transporten im Februar, März und Juni 1946 vertrieben. Sie landeten in Bayern und Baden-Württemberg.

1949 wurde Klein Seelowitz als Ortsteil in den Markt Wolframitz (Olbramovice) eingemeidet.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Auf 321 ha wurden Getreide, Kartoffeln, Rüben und verschiedenes Gemüse angebaut.

Gewerbe: Mühle, Ziegelei, Wirtshaus (davor Pferdestation an der ehemaligen Reichsstraße), Schneider, Schuster, Schmied, Bäcker und Kaufhaus, Omnibus- und Lastwagenfuhrbetrieb (1930).

Einrichtungen: Vereinshaus (1922), Armenhaus, Elektrifizierung (1928);
Post, Schule, Bahnstation und Gendarmerie befanden sich in Wolframitz (Olbramovice);

Kulturerbe:

Glockenturm erbaut 1848 mit eisernem Kreuz.

Marterl aus dem Jahr 1518 (vier Heilige).

Steinkreuz aus dem 18. Jh. bei der Mühle (1945 zerstört).

Persönlichkeiten:

  • Eduard Frey (*27.Februar 1890, +22.August 1971 in Wien), Heimatforscher.

Weblinks:

www.europas-mitte.de Beschreibung von Gerhard Hanak.

Genealogie:

zurück zum Ortsnamenverzeichnis deutsch, zurück zum Ortsnamenverzeichnis tschechisch