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Ansichten von Lidmeritz auf einer Postkarte

Tschechischer Name: Lidměřice

Fläche: 435 ha

Einwohner 1910: 150 in 32 Häusern (141 dt. Ew.), 1930: 153 in 39 Häusern (124 dt. Ew.), 2010:

heutige Gemeindezugehörigkeit: Olbramovice (Wolframitz)

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1680 bei Wolframitz (Olbramovice)

Lage:

Lidmeritz liegt in 200 m Seehöhe in einer fruchtbaren Gegend. Nachbarorte sind
im Osten Schömitz (Šumice) bzw. Frainspitz (Branišovice), im Norden Gubschitz (Kubšice) und südlich Babitz (Babice). Im Westen liegt Wolframitz (Olbramovice). Mit den letzten beiden Orten ist Lidmeritz räumlich zusammengewachsen. Lidmeritz wurde als Straßendorf angelegt. Die Mitte des Mühlgrabens oder Wolframitzer Baches (Olbramovický potok) bildete die Grenze zwischen Lidmeritz und Babitz (Babice).

Geschichte:

Urkundlich wurde Lidmeritz 1358 erstmals erwähnt. Es war damals im Besitz von Adam v. Liechtenstein. Eingepfarrt war der Ort nach Wolframitz (Olbramovice).
Ein Teil des Dorfes, welches im 14. und 15. Jahrhundert einen Freihof enthielt, gehörte zum Gut Frainspitz (Branišovice).

Nach der Bildung moderner Verwaltungsbezirke kam Lidmeritz zum Bezirk Mährisch Kromau (Moravský Krumlov).

Im Ersten Weltkrieg fielen sechs Lidmeritzer, im Zweiten sieben, zwei blieben vermisst. Nach Bildung des Kreises Znaim (Znojmo) unter nationalsozialistischer Herrschaft war Lidmeritz bis 1945 Bestandteil dessen.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46:
Insgesamt wurden 138 Personen aus ihrer Heimat vertrieben. Davon konnten vier in Österreich bleiben, während die Restlichen nach Deutschland kamen (72 nach Bayern, 31 nach Baden-Württemberg). Sechs wanderten in die USA, zwei nach Kanada, eine nach Südafrika und vier in andere europäische Länder aus.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Auf ca. 395 ha Ackerfläche wurden um 1900 Getreide und Gemüse angebaut. Noch 1793 waren um den Ort etwa 61 ha Weingärten ausgewiesen. Der Weinbau ging im 19. Jh. so stark zurück, dass um 1900 nur mehr 8 ha vorhanden sind.

Gewerbe: Ziegelei, Kaufmann, Zimmerer, Wagner und Schlosser im Ort ansässig.

Einrichtungen: Schule in Wolframitz (Olbramovice)), Kindergarten, Gemeindekanzlei (1926), Artesischer Brunnen (1928), Elektrifizierung 1928, Milchgenossenschaft, Raiffeisenkassa (beide 1900).

Kulturerbe:

Kapelle an der Straße nach Wolframitz (Olbramovice) (später abgebrochen).

Glockenturm: 1848 erbaut.

Steinsäule „Ecce Homo“ an der Straße nach Wolframitz (Olbramovice) (Pietá).

heimatkundliche Literatur:

Oswald Lustig: Die Marktgemeinde Wolframitz mit den Gemeinden Babitz, Gubschitz, Kl. Seelowitz, Lidmeritz. 1982.

Weblinks:

www.europas-mitte.de Beschreibung von Lidmeritz nach Gregor Wolny auf den Seiten von Gerhard Hanak.

Genealogie:

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