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Alois_Baeran

Dr. Jur. Alois Baeran wurde in Brünn am 16. Mai 1872 geboren. Er stammte aus einer nicht sehr begüteten Familie und musste unter schwierigen Verhältnissen an der Universität Wien studieren.

1895 trat Baeran als Konzipist bei der Stadtgemeinde Brünn ein und wurde dem Schulreferat zugeteilt. In dieser Zeit geschah ein Umbruch im Schulwesen und es entstand in wenigen Jahren eine große Anzahl neuer Schulhäuser. Baeran’s größtes Werk auf erzieherischem Gebiet war wohl die Errichtung des Pestalozzi-Heimes für arme, verlassene Kinder.
Neben dem Ferienheim in Groß-Ullersdorf schuf er das Kinderheim in Kiritein, dessen Schloss er vom Fürsten Liechtenstein auf seine Bitten hin zugesprochen erhielt.

Dr. Baeran beschäftigte sich auch mit Politik. Er wandte sich zunächst an jene Schicht des Volkes, die bisher in der politischen Erziehung vernachlässigt worden waren, nämlich an den Mittelstand. Er gründete die „deutsche Mittelstandspartei“ und gab ihr durch das „Montagsblatt“ ein Instrument zur Wahrung ihrer Interessen. Er zog auch gegen Korruption zu Felde. Im Jahre 1904 wurde er in den Mährischen Landtag gewählt, wo er bald zu einem sehr volkstümlichen Politiker, der auch dem Mann auf der Straße schwierige Probleme der Politik verständlich machen konnte, wurde. Er organisierte die arbeitende Jugend, die Straßenkehrer, die Straßenbahner der Stadt und den Mittelstand. Er verstand es, alle Schichten der deutschen Bevölkerung für seine Ideen zu gewinnen. Seine Tätigkeit als Beamter und Politiker fand durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine vorübergehende Unterbrechung.

Baeran meldete sich als Kriegsfreiwilliger und war bis 1918 beim Feldartillerieregiment Nr.4. Nach seiner Rückkehr gelang es ihm, die Deutschen der Stadt unter den geänderten Verhältnissen zu einigen, um bei der bevorstehenden Wahl in das Parlament mit Erfolg in den Wahlkampf eintreten zu können. Aufgrund einer Einheitsliste zogen unter anderem Josef Jelinek als Senator in den Prager Senat und Dr.Baeran als Abgeordneter in das Prager Parlament ein. Die Prager Regierung wollte sich seiner entledigen und leitete einen Hochverratsprozeß gegen ihn ein.

Im Jahre 1923 wurde Baeran zu mehrjährigen Kerkerhaft verurteil. Sein Gesundheitszustand hatte sich sehr verschlechtert und sein Augenlicht drohte er erlöschen. Nach einem Krankenhausaufenthalt entzog sich Baeran Ende Juni 1925 einer neuerlichen Verhaftung durch Flucht. In Berlin fand er Asyl und war auch weiterhin unermüdlich tätig. Während der nächsten 11 Jahre reiste er in Deutschland von Ort zu Ort und sprach in vielen Versammlungen über die Lage der Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei.

Dr. Alois Baeran verstarb am 15.Oktober 1936.

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