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Friedrich_Nelböck

Dr.jur.Friedrich Nelböck wurde am 8.Februar 1892 als Sohn eines aus Linz gebürtigen Rechtsanwaltes und einer Iglauerin in Brünn geboren.

In Brünn und Wien besuchte er das Gymnasium und studierte dann, unterbrochen durch Kriegsdienst als Oberleutnant, in Wien Rechtswissenschaften. 1922 kehrte er in seine Geburtsstadt Brünn zurück und machte sich alsbald einen Namen als Wirtschaftsjurist. Im schwierigen Nebeneinander von Deutschen und Tschechen suchte er zu vermitteln. Schon 1931 wurde er Vorsitzender des Brünner Industriellen-Klubs und 1939 Präsident der Handels- und Gewerbekammer. Als Betriebsführer der Chemischen Werke Hochstätter und Schickhardt wurde er, obwohl Österreicher, 1945 enteignet und vertrieben. In Wien musste er als Rechtsanwaltsanwärter und als Sekretär der Internationalen Liga der Handelsvertreter wieder von vorne anfangen.

Seine große Bedeutung für die sudetendeutsche Volksgruppe gewann er jedoch durch seine internationalen politischen und wirtschaftlichen Verbindungen. Als Mitstreiter und Freund des Grafen Coudenhove-Kalergi gehörte er 1925 bis 1939 dem Vorstand der Paneuropa-Union in der CSR an und nach dem Tod Senator Dr. Medingers 1934 leitete er bis 1938 als letzter Vorsitzender die Deutsche Sektion der Völkerbund-Liga in der CSR.
Die Deutsche Völkerbund-Liga in Prag war bis zuletzt der einzige Ort, wo sich Vertreter sämtlicher sudetendeutschen Parteien zu gemeinsamer Arbeit trafen.

Nelböck selber entfaltete eine reiche Vortrags- und publizistische Tätigkeit und trat dabei für das Selbstbestimmungsrecht im allgemeinen und der Sudetendeutschen im besonderen ein. 1930 erschienen von ihm zehn Vorträge und Aufsätze, in einem Bändchen zusammengefasst, als „Kleine Beiträge zum Kampf um Völkerbund – Paneuropa – Mitteleuropa“. 1974 gab er davon einen Neudruck heraus.

Nelböck wußte, dass die nationalen Probleme seiner Heimat weltweit Parallelen hätten und dass sie am ehesten in einer europäischen Lösung bereinigt werden könnten. Dazu ist es nicht gekommen und die Vertreibung hat sich nicht als echte Lösung erwiesen. Nelböck wurde nach dem Krieg zu einem unermüdlichen Mahner, die Einheit des deutschen Volkes trotz allen Staatsgrenzen geistig zu bewahren. die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich hat im viel Unterstützung zu danken.

1959 leitete er im Auftrage Dr. Lodgmans die Vorbereitung und den Ablauf des Sudentendeutschen Tages in Wien. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft dankte ihm mit der Rudolf-Lodgman-Plakette und dem Ehrenbrief. Seinen Lebensabend verbrachte Dr. Nelböck in Villach, wo er am 5.Januar 1983 starb.

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