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Gottschallings

Flurkarte von Gottschallings

Kapelle des hl. Schutzengels in Gottschallings

Tschechischer Name: Košťálkov

Einwohner 1910: 326 in 62 Häusern (325 deutsch), 1930: 246 in 73 Häusern (227 deutsch).

heutige Gemeindezugehörigkeit: Staré Město pod Landštejnem (Altstadt)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus).

Matriken: seit 1668 bei Altstadt (Staré Město pod Landštejnem).

Geschichte:

Der Ort wird 1487 erstmals im Urbar der Herrschaft Landstein (Landštejn) erwähnt. 1588 wird der Ort „Kossczalkow“, 1599 „Kottschalkow“ und endlich 1719 „Gottschalling“ genannt. „Gottschallings“ aus dem Jahr 1842 blieb dann bis heute die übliche Schreibweise. Es ist nicht zu verwechseln mit dem in Niederösterreich befindlichen Gottschallings.

Der Zweite Weltkrieg forderte 19 Opfer aus der Ortschaft.

Vertreibung 1945/46:
In der Nacht zum 12. Mai 1945 kamen per LKW rund 15 tschechische „Partisanen“ in den Ort. Am 19. Mai wurde der vormalige NSDAP-Ortsbauernführer nach schweren Misshandlungen erschossen. Das Verlassen der Ortschaft wurde am 28. Mai 1945 innerhalb einer halben Stunde erzwungen, Geld und Wertsachen wurden den Leuten abgenommen.

Aufgrund der Nähe zur österreichsichen Grenze und der Errichtung der Grenzbefestigungen durch das stalinistische Regime wurde der Ort aufgegeben und nach 1950 zerstört. Das Gebiet wurde nach Altstadt (Staré Město pod Landštejnem) eingemeindet. Zwei Marterl sind heute noch zu sehen.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Anbau von Roggen, Weizen, Hafer und Kartoffeln.

Gewerbe: Hausarbeit (Weben und Stricken) bzw. Kleingewerbe. Weiters gab es zwei Gewerbebetriebe (Ziegelei und Mühle).

Einrichtungen: Schule (1910), Kindergarten, Elektrifizierung (1943), Freiwillige Feuerwehr (1896).

Kulturerbe:

Kapelle zum hl. Schutzengel, Erbauungsjahr unbekannt (1487 urkundlich erwähnt), mit Votivbild der Heiligen Fabian, Sebastian und Rochus, und drei Glocken (eine von Balthasar Hoffmann, Prag 1612, die zweite aus 1711, die dritte von Johann Scheichel 1772 in Znaim gegossen). Mit der Ortschaft nach 1950 abgetragen.

Weblinks:

Historische Fotografien und aktuelle Bilder auf www.zanikleobce.cz

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