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Klein_Grillowitz

Ortsansicht von Klein Grillowitz

Tschechischer Name: Křídlůvky

Einwohner 1910: 659 in 124 Häusern (568 dt. Ew.), 1930: 626 Einwohner in 154 Häusern (608 dt. Ew.), 2010: 230.

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)

Matriken: seit 1660 bei Erdberg (Hrádek u Znojma).

Lage:

Klein-Grillowitz liegt in 190 m Höhe. Nachbarorte sind Erdberg (Hrádek u Znojma) im Osten und Waltrowitz (Valtrovice) im Westen. Südlich von Klein-Grillowitz fließt die Thaya. Jenseits des Flusses liegt Zulb (Slup) im Südwesten und der Fischteich Zámecký rybník im Süden der gemeinsam mit der Thaya Klein-Grillowitz von Joslowitz (Jaroslavice) trennt.

Geschichte:

Als „villa Gfrelowiz“ wird Klein Grillowitz im Jahre 1255 erstmals urkundlich als Besitz des Klosters Saar erwähnt. Die Schreibweise des Ortes änderte sich im Laufe der Jahre. So schrieb man 1381 „Grilwicz“, 1524 „Grylwitz“ und ab 1542 tauchte erstmals der Namenszusatz „Klein“ auf.

Im Jahre 1503 wurde ein Teil des Dorfes vom Znaimer Dominikanerkonvent gekauft. Der restliche Ortsteil gehörte dem Zisterzienserkloster Saar. 1542 gelangte der Ort unter die Herrschaft Joslowitz (Jaroslavice). Im 16. Jahrhundert wurden unter dieser Herrschaft beide Teile wieder vereinigt.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945:
Nach Ende der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges im Mai und Juni 1945 wurden insgesamt sechs Klein Grillowitzer ermordet: eine fünfköpfige Familie und eine Frau, die im Internierungslager Znaim (Znojmo) ums Leben kam. Von Mai bis August 1945 wurden die meisten deutschen Einwohner nach Österreich vertrieben. Die restlichen Deutschmährer kamen 1946 mit den Vertreibungstransporten per Bahn über Znaim (Znojmo) nach Deutschland.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Auf den 1.125 ha Äcker wurden Getreide (Weizen, Roggen) und Gemüse angebaut. Daneben wurden auch Obst- und Weinbau (Weingärten 27 ha) betrieben.

Gewerbe: Im üblichen Kleingewerbe gab es drei Gemischtwarenhändler, einen Bäcker, einen Schmied und einen Tischler.

Einrichtungen:Gemeindebücherei (1922), Volksschule (1832 errichtet und 1896 auf zwei Klassen vergrößert), Freiwillige Feuerwehr (1893), Milchgenossenschaft (1910), Raiffeisenkasse.

Kulturerbe:

Dorfkapelle 1845 erbaut, nach Erdberg (Hrádek u Znojma) eingepfarrt.

Dreifaltigkeitssäule (1666 renoviert)

Statuen: Hl. Florian, Marienstatue außerhalb des Ortes, mehrere Kreuze.

Siegel:

Seit 1649 wurde ein eigenes Siegel für den Ort genannt. Leider ist von diesem keine Abbildung erhalten geblieben. Später wurden bildlose Gemeindestempel verwendet.

Weblinks:

Genealogie:

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