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Ottenschlag

Ansicht von Ottenschlag

Tschechischer Name: Otín

Fläche: 865 ha

Einwohner 1910: 585 in 77 Häusern (418 dt. Ew.), 1930: 489 in 74 Häusern (353 dt. Ew.), 2001: 1.191 in 145 Häusern.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1705 bei Neuhaus (Jindřichův Hradec).

Lage:

Das Straßendorf Ottenschlag liegt 3 km südlich von Neuhaus (Jindřichův Hradec). Es besteht aus den Ortsteilen Kupferhammer, Scheibe und Fabrik Bobel.

Geschichte:

Ottenschlag wurde 1258 urkundlich erwähnt. Die Gemeindeeinnahmen waren so gering, dass jeder Bauer, gestaffelt nach Hofgröße, zum Jahresende Hafer für die Stierhaltung abgeben musste. Der Nachtwächter erhielt für seine Dienste von den Bauern einen gewissen Anteil Roggen, von Häuslern und Privaten einen Gulden. Der Glockenläuter erhielt einen festen Bund Stroh. Die Wege wurden von den Ortsbewohnern selbst instand gehalten. Die Fuhrwerksleistungen für die Gemeinde wurden auf die Höfe verteilt.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46:
Am 30. Mai mussten alle deutschen Einwohner von Ottenschlag den Ort innerhalb einer halben Stunde verlassen. Vier Familien wurden zur Betreuung des Viehs zurückbehalten.
Zwei Personen, die nochmals zurückkehren wollten, um ihre Habe aus den Häusern zu holen, wurden ermordet.
Die zurückgebliebenen Familien wurden später zur Zwangsarbeit verurteilt und kamen erst im November 1946 frei.

Wirtschaft und Infrastruktur:

Die Ottenschlager lebten von der Forst-, Vieh- und Landwirtschaft. Neben der Landwirtschaft gab es noch Kleingewerbe und eine Ziegelfabrik.

Einrichtungen: Schule, Freiwillige Feuerwehr, Raiffeisenkassengenossenschaft, Lagerhaus- und Mahlmühlgenossenschaft, Molkereigenossenschaft, Jagdgenossenschaft, Land- und forstwirtschaftlicher Ortsverein mit Vereinshaus.

Kulturerbe:

Kapelle hl. Anna: 1760 erbaut, 1900 zu einer kleinen Kirche erweitert.
Bild „Mariae Himmelfahrt“ von Jaroslav Linder aus dem Jahr 1900, das alte Bild der hl. Familie von Franz Resch d. J. aus dem Jahr 1803 und einige Statuen aus dem Jahr 1760 befinden sich in der Schule. Die kleinere Glocke ist vermutlich von J. J. Kühner gegossen, die größere 1900 von Rud. Perner in Budweis.

Eine Wegsäule an der Straße nach Neuhaus (Jindřichův Hradec) aus dem Jahr 1637, eine auf der anderen Seite des Dorfes aus 1653 und eine dritte dürfte aus 1697 stammen.

Das Gemeindesiegel aus dem Jahr 1650 zeigt einen auf den Hinterbeinen stehenden Baren und die Umschrift: Ottenschlager Gericht.

Persönlichkeit:

Gustav Böhm (*22. Juni 1885, +?), akademischer Maler und Kunstsachverständiger.

heimatkundliche Literatur:

Zwicker, Johann: Ottenschläger Dorfgeschichten, 1982.

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